Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Problematik von NS-Raubgut, Objekten aus kolonialen Kontexten oder aus der sowjetischen Besatzungszone sowie später der DDR und geht illegaler Translokation von geplünderten archäologischen Kulturgütern nach.
Das Ziel von Provenienzforschung ist die idealerweise lückenlose Darstellung der Objektgeschichte sowie die Dokumentation der Handwechsel. Wichtig ist, dass dabei alle Quellen berücksichtigt und die Ergebnisse der Untersuchungen und Recherchen im Anschluss nachvollziehbar dokumentiert werden. Häufig wird sich die Provenienzkette nicht vollkommen schliessen lassen, und die bleibenden Lücken müssen auf Basis der geleisteten Recherche interpretiert werden. Provenienzforschung wird im besten Falle proaktiv von der Institution selbst ausgehend betrieben. In den vergangenen Jahren hat sich die Bandbreite von Provenienzforschung erheblich ausdifferenziert, wobei sich die grundsätzlichen Frage- und Problemstellungen ähneln, die jeweiligen Methoden und Quellenbestände jedoch unterschiedlich sind.
VMS-Publikationen
- Provenienzforschung I: NS-Raubgut. Grundlagen und Einführung in die Praxis (2021)
- Provenienzforschung II: Sammlungen aus kolonialen Kontexten. Gundlagen und Einführung in die Praxis (2022)