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museums.ch

09/2014

verstärkt zur Errichtung von hausei-

genen Tiefspeichern oder aber zur Um-

nutzung ehemals gewerblicher oder mili-

tärischer Gebäudekomplexe. Die jüngste

Entwicklung weist in Richtung Depot-

neubau. Man spricht gemeinhin von

«Zentraldepots», in denen die Sammlun-

gen zwar zentralisiert lagern, die Depot-

gebäude selbst aber nicht zentral liegen.

Immer öfter entstehen zweckdienliche

Nutzbauten an der Stadtperipherie,

um hohe Errichtungs- und Nutzungs-

kosten, die sich in zentraler Lage

ergeben würden, umgehen zu können.

Die konservatorischen Rahmenbedin-

gungen sind meist ideal. Eine örtliche

Trennung zwischen Stammhaus und

Depot birgt jedoch das Risiko der all-

mählichen Entfremdung der Verant-

wortlichen gegenüber ihrer Sammlung,

und dies kann langfristig auch die

Wissensproduktion empfindlich beein-

flussen. Neue Sammlungszentren wie

beispielsweise das des Schweizerischen

Nationalmuseums in Affoltern am

Albis ZH, wo nicht nur für Lagerung

und Bewahrung, sondern auch für die

Objektforschung eine optimale Infra-

struktur geboten wird, zeigen aber auch,

wie dieser aktuellen Entwicklung sinn-

voll entgegengesteuert werden kann.

Herzlichen Dank an Dr. Joachim Huber

(prevart.ch)

!

Bibliografie

BIBER Anne und GRIESSER-STERMSCHEG

Martina. 2013. «Bergedepots und historische Bunker-

bauten: Geschichte und aktuelle Nutzungsmöglich-

keiten für Museen», in: Österr. Restauratorenverband

(Hg.). Kunst unterwegs, 23. Tagung des ÖRV 2012.

Wien: Böhlau, S. 126–137.

BOTT Gerhard (Hg.). 1970. Das Museum der

Zukunft. 43 Beiträge zur Diskussion über die Zukunft

des Museums. Köln: Dumont.

GERMANN Georg, BÄCHTIGER Franz und

KAPOSSY Balázs. 1994. «Chronikalische Notizen

zur Museumsgeschichte», in: Berner Zeitschrift

für Geschichte und Heimatkunde (Bern) 56, Heft 3,

S. 371–454. [Persistenter Link:

http://dx.doi

.

org/10.5169/seals-246732, Zugriff 1.1.2014] Für diesen

Hinweis danke ich Frau Susanne Ritter-Lutz.

GRIESSER-STERMSCHEG Martina. 2013.

Tabu Depot. Das Museumsdepot in Geschichte und

Gegenwart. Wien: Böhlau. Mit älterer Literatur zu

den genannten Beispielen.

MAC GREGOR Arthur. 2007. Curiosity and

enlightenment. Collectors and collections from

the sixteenth to the nineteenth century. New Haven-

London: Yale University Press.

MÜLLER-WILLE Staffan. 2001. «Carl von Linnés

Herbarschrank. Zur epistemischen Funktion eines

Sammlungsmöbels», in: TE HEESEN Anke /

SPARY E.C. (Hg.) Sammeln als Wissen. Das

Sammeln und seine wissenschaftsgeschichtliche Bedeu-

tung, Göttingen: Wallstein, S. 22–38.

Autorin:

Martina Griesser-Stermscheg ist

Restauratorin und Museologin. Neben ihrer Tätigkeit

als Sammlungsleiterin am Technischen Museum

Wien ist sie Co-Leiterin des ecm-Masterlehrgangs für

Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität

für angewandte Kunst Wien sowie Gründungs- und

Vorstandsmitglied von schnittpunkt

(www.schnitt.org)

.

Sie ist Autorin von «Tabu Depot. Das Museumsdepot

in Geschichte und Gegenwart» (Wien: Böhlau 2013).

martina.griesser@tmw.at

Objekt-Förderanlagen und Paternoster in der Depot-Utopie von Paulgerd Jesberg (1970). /

Dispositif de transport d’objets et paternoster

(ascenseur continu) dans les réserves rêvées de Paulgerd Jesberg.

© Paulgerd Jesberg, Das Museum der Zukunft – Aufgabe, Bau, Einrichtung, Betrieb, in: Gerhard Bott (Hg.), Das Museum der Zukunft. Köln 1970, S. 143