Lernendes Museum: Aufruf zur Teilnahme an der Pilotphase 2026

Im gesellschaftlichen Wandel sind Museen gefordert, ihre Lernfähigkeit zu stärken, um relevant und resilient zu bleiben. Die Pilotphase «Lernendes Museum 2026» bietet die Chance, diesen Schritt bewusst und begleitet zu gehen. Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Schweizer Museen.

Lernendes Museum: Aufruf zur Teilnahme an der Pilotphase 2026

Aus der Bilderstrecken-Sammlung der Schweizer Museumszeitschrift: Museo cantonale di storia naturale.

Die Zukunft der Museen mitgestalten

Museen in der Schweiz stehen heute mitten in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Die Frage ist nicht mehr nur, was sie bewahren und vermitteln, sondern auch wie sie lernen, mit Wandel umzugehen und aktiv Zukunft zu gestalten. Wenn Museen in einer sich rasch verändernden Welt relevant und resilient bleiben wollen, müssen sie ihre Lernfähigkeit stärken. 

Die Pilotphase “Lernendes Museum 2026” bietet Ihrem Museum die Chance, diesen Schritt bewusst und begleitet zu gehen. Als Pilotmuseum bekennen Sie sich offen dazu, sich gemeinsam mit Ihrem Team auf den Weg zu einer lernenden Organisation zu begeben, in einem geführten Prozess und in einer energetischen Community. Gestalten Sie mit dem Verband der Museen Schweiz & ICOM Schweiz die Haltungen und Praktiken mit, durch die Museen relevant bleiben, Vertrauen aufbauen und nachhaltigen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen – für Menschen, für die Kultur und für den Planeten, den wir uns teilen.

Die Vision von VMS und ICOM Schweiz

Bis 2030 haben sich Schweizer Museen zu kollaborativen, inklusiven und dynamischen lernenden Organisationen entwickelt. Sie sind kraftvolle und mutige Akteure für positiven Wandel. Verwurzelt im gemeinsamen kulturellen Erbe dienen sie als lebendige Arbeitsorte und öffentliche Räume, in denen Dialog, Neugier, Reflexion und Innovation gedeihen.

Das bedeutet zum Beispiel, dass Erfahrungen aus Feedback der Besucher:innen, Teamarbeit oder Projekten nicht nur gesammelt, sondern in Lernschleifen übersetzt werden, die Führung, Programm und Zusammenarbeit sichtbar verändern.

Pilotphase 2026

Gemeinsam lernen und gestalten

Eine Gruppe von Repräsentant:innen aus dem Museumssektor hat sich von August bis Dezember 2025 in einem dynamischen und offenen Prozess mit dem lernenden Museum auseinandergesetzt und hat konkrete Ergebnisse für die Pilotphase 2026 entwickelt. Dies sind:

  • Eine Charta der lernenden Museen: Sie beschreibt Haltungen und Praktiken, die lernende Museen auszeichnen. Sie ist Ihr Kompass für die Transformation und Ihr öffentliches Bekenntnis zum gemeinsamen Weg.
  • Ein visuelles Lernprofil: Mit unserem Selbsteinschätzungs-Tool erstellen Sie ein visuelles Lern-Profil Ihrer Organisation und erkennen auf einen Blick die Stärken und Entwicklungsfelder.
  • Eine Werkzeugkiste für die Praxis: Eine kuratierte Sammlung erprobter Tools und Best Practices, mit denen Sie konkrete Entwicklungsfelder gezielt angehen können.
  • Kompetenzen durch Weiterbildung: Gezielte Weiterbildungen vermitteln Ihnen und Ihrem Team das Know-how, um Veränderungsprozesse zu gestalten, Lernkultur zu fördern und Innovation voranzutreiben.
  • Miteinander lernen in der Community: Profitieren Sie vom Erfahrungsschatz anderer Museen in der Pilotgruppe und dem Learning Leaders Circle.

Wovon profitieren die Museen in diesem Prozess?

Konkrete Ergebnisse für Ihre Organisation

  • Einen massgeschneiderten Aktionsplan: Sie entwickeln einen konkreten, umsetzbaren Fahrplan für Ihre Weiterentwicklung als lernende Organisation – angepasst an Ihre spezifische Situation
  • Gelebte Lernpraxis statt Papier: Nach der Pilotphase verfügen Sie über verankerte Routinen und ein gemeinsames Verständnis im Team – nicht nur über Konzepte
  • Messbare Fortschritte: Die Selbsteinschätzung zu Beginn und am Ende macht Ihre Entwicklung sichtbar und dokumentierbar
  • Gestärkte Kompetenzen: Ihr Team erweitert seine Fähigkeiten auf Basis der Charta

Unterstützung im geschützten Rahmen

  • Professionelle Begleitung: Moderation und individuelles Coaching während des gesamten Prozesses
  • Praxisorientierte Toolbox: Bewährte Instrumente und Methoden, die Sie direkt anwenden können
  • Resonanzraum zum Experimentieren in der Community: Ein vertrauensvoller Rahmen, um neue Ansätze zu testen, ohne Angst vor Fehlern

Starkes Netzwerk und Austausch

  • Community of Practice: Regelmässiger Austausch mit anderen Pilotmuseen – Sie lernen von- und miteinander
  • Vertiefte Verbindungen: Sie bauen bedeutsame, langfristige Beziehungen in der Schweizer Museumslandschaft auf
  • Neue Perspektiven: Andere Museen, Expert:innen und thematische Weiterbildungen eröffnen Ihnen neue Blickwinkel für Ihre Strategie

Mitgestaltung und Relevanz

  • Sie sind Pioniere: Als Pilotmuseum gestalten Sie die Initiative aktiv mit – Ihre Rückmeldungen prägen die zukünftigen Angebote für den gesamten Sektor
  • Teil einer Bewegung: Sie werden Teil einer schweizweiten Entwicklung und positionieren Ihr Museum als innovativ und zukunftsorientiert
  • Stärkere Förderanträge: Ihr Engagement für kontinuierliches Lernen und Innovation macht Sie attraktiver für Geldgeber

Langfristige organisationale Stärkung

  • Mitarbeiterbindung: Kontinuierliches Lernen und gemeinsame Gestaltung fördern die Zufriedenheit und Bindung Ihres Teams
  • Zukunftsfähigkeit: Sie bleiben am Puls der Zeit und entwickeln Ihre Organisation strategisch weiter
  • Kulturwandel: Sie gestalten aktiv eine Organisationskultur, die Lernen, Reflexion und Innovation in den Mittelpunkt stellt

Konkrete Prozessschritte

Nach dem Onboarding und der Selbsteinschätzung entwickeln Sie Ihren individuellen Aktionsplan und setzen konkrete Massnahmen mit ihrem Team um. Während des gesamten Prozesses begleiten Sie drei zentrale Elemente: die praxisorientierte Toolbox, die Community of Practice und thematische Weiterbildungen. Ein Zwischencheck an der Jahreskonferenz von VMS und ICOM am 20. und 21. August und die abschliessende Wirkungsmessung machen Ihren Fortschritt sichtbar. Der gesamte Prozess wird durch professionelle Moderation und individuelles Coaching begleitet. 

Was wir erwarten

Ein lernendes Museum erfordert das Engagement der gesamten Organisation (Leitung, Team, Trägerschaft). Sie bestimmen Verantwortliche für den Prozess.

Personelle Ressourcen:

  • Museen mit weniger als 5 VZÄ: 1 verantwortliche Person
  • Museen mit mehr als 5 VZÄ: 1 Person aus der Leitung + 1 Person für die Umsetzung

Zeitinvestition: Durchschnittlich zwei Tage pro Monat (je nach Phase und internen Prioritäten)

Ihr Beitrag:

  • Unterzeichnung der Charta (öffentliche Pledge)
  • Online-Selbsteinschätzung durchführen (zu Beginn und am Ende des Prozesses)
  • Onboarding-Materialien studieren
  • Teilnahme an zwei Präsenz-Workshops (Kick-off und Impact-Check-in)
  • Hausinternen Aktionsplan-Workshop organisieren (mit / oder ohne professionelle Unterstützung)
  • Massnahmen umsetzen (z.B. Schulungen, neue Prozesse)
  • Monatliche Peer-Calls mit anderen Pilotmuseen
  • Bei Museen mit mehr als 5 VZÄ: 6 Austausche auf Leitungsebene
  • Erkenntnisse an der Jahreskonferenz von VMS und ICOM Schweiz teilen (20./21. August 2026 in Vaduz)
  • Aktiver Wissensaustausch in Ihrer Organisation und im Sektor
  • Daten für Zwischenbericht (Juli) und Abschlussbericht (Dezember) liefern
  • Als Pilotmuseum unterstützen Sie uns aktiv mit Rückmeldungen zu Tools, Prozess und Begleitung. Ihre Erfahrungen fliessen direkt in die Weiterentwicklung des Programms ein.

Bewerbungsverfahren und Teilnahmekriterien

Wie wählen wir Pilotmuseen aus?

Die Pilotphase steht allen Mitgliedern des Verbands der Museen der Schweiz und ICOM Schweiz offen. Wir suchen Museen, die vor konkreten Herausforderungen stehen und im Konzept des lernenden Museums Chancen für ihre Weiterentwicklung sehen. Teilen Sie uns im Bewerbungsformular mit, welche Herausforderungen Ihr Museum beschäftigen.

Wir wählen die Pilotmuseen so aus, dass wir eine Vielfalt abbilden: unterschiedliche Grössen, Sparten, Regionen und Trägerschaften. Diese Diversität ist bewusst: Sie ermöglicht, dass Museen mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen voneinander lernen und die Initiative für den gesamten Sektor relevant wird.

Teilnahmegebühren (Februar bis Dezember 2026)

Ist es Ihrem Museum nicht möglich, diesen Preis zu bezahlen?

Melden Sie sich gerne bei uns, gemeinsam finden wir eine Lösung.

Infos & Bewerbung

Sprache, Termine, Bewerbung

  • Materialien: DE, FR, IT, EN
  • Coaching: DE, FR, EN
  • Meetings und Online-Calls: EN (Beiträge in DE, FR, IT oder EN möglich)
  • Bewerbungsfrist: 26. Januar 2026
  • Auswahl der Pilotmuseen: Bis 30. Januar 2026
  • Kick-off-Workshop (Bern): 23. oder 25. Februar 2026 (je nach Präferenz der Pilotmuseen)

HIER KLICKEN zum Bewerbungsformular

Charta

Charta der Lernenden Museen

Charter Learning Museum

At the heart of our work lies a deep sense of responsibility - to people, to culture, and to the living world we share. We see museums as bridges between generations, linking the past that shaped us, the present we inhabit, and the future we are creating together. We aim to remain relevant and responsive, places where dialogue, discovery, and shared learning continuously evolve. To do so a key set of values are at the center of our way of working and our actions

Curiosity - We stay open to questions, embracing discovery as the spark of learning.
Courage - We dare to experiment, challenge norms, and face the unknown with integrity.
Reflection - We take time to pause, assess, and grow from what we learn.
Inclusion - We ensure all voices - staff, communities, and visitors - have a place in our story.
Collaboration - We learn with and from others, knowing that shared knowledge multiplies impact.
Experimentation - We test, adapt, and improve, seeing each step as part of an ongoing process.
Humility - We acknowledge we do not have all the answers and remain open to learning from anyone.
Commitment - We dedicate time, energy, and heart to making transformation real.

Levers for Change towards a Learning Museum 

We honor that our museum has certain strengths that we want to build on further and certain areas of growth. With this pledge we commit to creating an action plan to make concrete changes towards a learning museum and will free the necessary resources. Changes might involve the following areas but will be further outlined in our museum action plan: 

  1. Be guided by strategy and impact: Ground decisions in evidence and insight, using data and reflection as ongoing tools for direction and improvement.
  2. Embed learning in daily work: Allocate dedicated time, space, and resources for reflection and learning as part of core operations.
  3. Normalise innovation and experimentation: Treat trial and error as essential to progress - using prototypes, testing, and iteration to improve ideas and actions.
  4. Review governance structures: Review how decisions are made to ensure transparency, accountability, and long-term adaptability.
  5. Foster cross-organisational collaboration: Build strong relationships within, between and beyond museums for new inputs, unlikely ideas, co-creation to jointly realise goals.
  6. Consider agile methods: Where possible work in short, focused cycles with clear goals, engaging stakeholders throughout to adapt quickly to new insights.
  7. Use technology purposefully: Apply digital tools and emerging technologies where possible - including AI - to enhance accessibility, creativity, and operational efficiency.
  8. Strengthen feedback systems: Create safe and open channels for giving and receiving feedback, recognising both achievements and lessons learned.
  9. Establish reflection rituals: Hold regular sessions to review progress, adjust direction, assess external trends and realign teams around shared goals.
  10. Invest in peer learning: Participate in networks and exchanges that build collective capacity, exchange knowledge and resources across the Swiss museum community.

Our Shared Aspiration

This Charter marks the beginning of an ongoing journey — one of learning, collaboration, and renewal. Together, as a community of museums in Switzerland, we commit to shaping a future where our institutions are not only guardians of the past but living laboratories for change. Through consistent action and collective courage, we will turn learning into impact — for our teams, the public, the natural world.

First Mover: Diese Museen haben die Charta bereits unterzeichnet

  • Museum für Gestaltung, Zürich
  • Bernisches Historisches Museum
  • Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur
  • Kunst(Zeug)Haus, Rapperswil
  • Museum Henry Dunant, Heiden
  • Kunstmuseum Thun / Thun Panorama
  • Psychiatriemuseum Bern
  • Archizoom EPFL, Lausanne
  • Musée du fer et du chemin de fer, Vallorbe
  • Museum Zofingen
  • Stiftung DIORAMA Bethlehem, Einsiedeln
  • Aargauer Kunsthaus, Aarau
  • Musée International de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge, Genève
  • Museo Hermann Hesse Montagnola
  • Schweizerische Blindenmuseum, Zollikofen
  • Museum zu Allerheiligen Schaffhausen
  • Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich
  • minimuseummürren, Mürren
  • Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich
  • Historischer Verein Winterthur
  • Münzkabinett und Antikensammlung Winterthur
  • Museo storico etnografico Valle di Blenio
  • Museumsquartier Bern
  • Museum Schloss Kyburg

HIER KLICKEN zur Unterzeichnung der Charta

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