Das lernende Museum

Gemeinsam mit den Museen machen wir uns auf den Weg zu lernenden Organisationen. Wir fördern den fachlichen Austausch und die Ausbildung in spezifischen Themenschwerpunkten. Im August 2025 fiel der Startschuss für das Projekt «Das lernende Museum». Über unsere Kanäle werden wir regelmässig über die nächsten Schritte informieren. Hier ein Überblick.

Das lernende Museum

Aus der Bilderstrecken-Sammlung der Schweizer Museumszeitschrift: Museo cantonale di storia naturale.

«Das lernende Museum» geht weiter – melden Sie Ihr Interesse für den Rollout 2027 an

Was ist ein «lernendes Museum»? 

Eine lernende Organisation ist ein Haus, das sich bewusst Zeit nimmt, um aus dem eigenen Tun zu lernen – und das Gelernte im Alltag verankert. Es geht nicht um grosse Umbrüche, sondern um eine Haltung: neugierig bleiben, Fragen stellen dürfen, Erfahrungen teilen und gemeinsam besser werden. 

Für uns wird ein Museum auf vier Ebenen zu einem lernenden Museum: 

  • Die einzelne Person. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter darf dazulernen, Neues ausprobieren und auch aus Fehlern klüger werden – unabhängig von Funktion oder Hierarchiestufe. 
  • Das Team. Wissen bleibt nicht bei Einzelnen, sondern wird geteilt. Teams nehmen sich Zeit, gemeinsam zu reflektieren und ihre Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. 
  • Die Institution. Das Museum schafft Rahmenbedingungen, in denen Lernen möglich ist: Zeit, Vertrauen, eine offene Führungskultur und Strukturen, die Austausch fördern. 
  • Der Sektor. Kein Museum lernt allein. Über die Initiative und ihr Netzwerk lernen die Häuser auch voneinander – und stärken so den gesamten Museumssektor. 

Genau hier setzen unsere drei Leitbegriffe an: Skills (Können und Wissen einzelner und Teams), Leadership (eine Führungskultur, die Lernen ermöglicht) und Culture (eine Haltung, die das ganze Haus und den Sektor trägt). Das Schöne daran: Man muss nicht alle Ebenen gleichzeitig angehen. Jedes Museum beginnt dort, wo es für sein Haus am meisten Sinn macht – im Kleinen, mit dem ersten Schritt. 

Kontakt:

Was bisher geschah: Pilotphase 2026

Seit Januar 2026 läuft die Pilotphase von «Das lernende Museum», der gemeinsamen Initiative von VMS und ICOM Schweiz. 17 Museen aus der ganzen Schweiz sind als Pilotmuseen dabei, und bereits rund 50 Institutionen haben die Charta unterzeichnet – die Idee bewegt also schon weit über den Pilotkreis hinaus. 

Konkret entstanden bisher: 

  • Eine Charta der lernenden Museen – sie beschreibt Haltungen und Praktiken, die ein lernendes Museum auszeichnen, als gemeinsamer Kompass und öffentliches Bekenntnis. 
  • Ein visuelles Lernprofil – mit dem Selbsteinschätzungs-Tool erkennen Museen auf einen Blick ihre Stärken und Entwicklungsfelder. 
  • Eine praxisorientierte Toolbox – erprobte Instrumente und Methoden, die sich direkt anwenden lassen. 

Inzwischen sind die Pilotmuseen in der Umsetzungsphase. Erste Ergebnisse präsentieren sie am Jahreskongress der Museen vom 20./21. August in Vaduz. 

Wie es konkret weitergeht

Eines steht fest: Die Initiative wird mit dem Rollout 2027 fortgeführt. Wie der Rollout genau aussieht – Inhalte, Begleitung, Aufwand und allfällige Kosten – entscheiden wir erst nach der Evaluation der Pilotphase 2026 im Herbst. Aus den Erfahrungen der Pilotmuseen lernen wir, was funktioniert, und gestalten das Programm so, dass es zu Museen unterschiedlicher Grösse und Ausgangslage passt. Sobald das definitive Angebot steht, informieren wir alle interessierten Museen – ganz ohne Verpflichtung Ihrerseits. 

Was sich jetzt schon sagen lässt: Es geht nicht um den grossen Wurf. Es geht darum, im eigenen Haus mit dem zu beginnen, was zur eigenen Grösse und zum eigenen Alltag passt. 

Die Charta

Derweil können Sie jederzeit die «Charta: Das lernende Museum» unterzeichnen und damit einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zu einer lernenden Organisation machen. Die Charta beschreibt Haltungen und Praktiken, die lernende Museen auszeichnen. Sie ist ein Kompass für die Transformation und ein öffentliches Bekenntnis zum gemeinsamen Weg und wurde bereits von zahlreichen Museen unterzeichnet.

Mehr Infos und eine Übersicht über alle Unterzeichner:innen finden Sie HIER.

Möchten auch Sie mit Ihrem Museum zu den Vorreitern gehören und den Wandel aktiv vorantreiben?

HIER KLICKEN zur Unterzeichnung der Charta.

Weiterbildung

Im Rahmen der Initiative «Das lernende Museum» bieten wir in Zusammenarbeit mit der ZHdK Summer School 2026 drei spannende Kurse an:

Begleitendes Angebot zum Rollout 2027: Leadership-Kurs mit der ZHAW 

Im Herbst startet zudem ein fünftägiger Leadership-Kurs in Zusammenarbeit mit der ZHAW. Dieser Kurs ist ein begleitendes Angebot und steht allen Mitgliedern von VMS und ICOM Schweiz offen – unabhängig davon, ob Ihr Museum am Rollout teilnimmt. Der 5-tägige Führungskurs wird im Juli ausgeschrieben auf unserer Website unter: 

https://www.museums.ch/de/fachwelt/angebote/events-weiterbildungen-3030.html

Die Herausforderung

Die Museumsbranche befindet sich in einem Zustand der Unruhe: Sich rasch verändernde Umwelten, innere Spannungen, technische Überforderung, Finanzkürzungen und gestiegene Anforderungen prägen den Alltag. Mitarbeitende hinterfragen etablierte Strukturen, während externe Krisen von der Klimakatastrophe bis zu geopolitischen Konflikten zusätzlichen Druck erzeugen.

Institutionen stehen vor einer fundamentalen Entscheidung: Resignation und Verschliessung oder proaktive Transformation durch Offenheit, Lernwille und Innovationsgeist. Der Verband der Museen der Schweiz und ICOM Schweiz wählen bewusst den zweiten Weg. Gemeinsam mit den Museen verfolgen wir bis 2030 das Ziel der lernenden Organisationen – weg von starren Einheiten hin zu adaptiven, zukunftsfähigen und damit relevanten Institutionen, die durch systematische Integration individueller, kollektiver und organisationaler Lernprozesse kontinuierlich ihre adaptive Kapazität erweitern, um in komplexen, sich wandelnden Umgebungen erfolgreich zu sein. 

Der Fokus liegt dabei auf den Menschen: Wenn Mitarbeitende adaptiv, offen und reflexiv agieren, kollektiv denken und partizipativ arbeiten, schaffen sie die Voraussetzungen, um Herausforderungen als Chancen zu nutzen. 

Die Lösung

Wissenschaftlich fundierte Lösung, strategischer Nutzen 

Die empirische Forschung belegt, dass Museen mit Charakteristika lernender Organisationen signifikant bessere Überlebensraten zeigen und grössere gesellschaftliche Relevanz schaffen. Lernende Organisationen zeichnen sich unter anderem aus durch systematische Lernprozesse und Wissensmanagement, reflexive Praxis und kritische Selbstbetrachtung, kollaborative Kultur, adaptive Führung, die Experimentieren fördert, externe Orientierung und Umwelt-Sensitivität.

Die Umsetzung gliedert sich dabei in drei Phasen:

Die Umsetzung

Phase 1: Vision und Aktionsplan (2025)

Mitte August 2025 konnten wir mit Phase 1 des Projekts beginnen und eine diverse und repräsentative Taskforce formieren, die alle relevanten Perspektiven und Bereiche des Museumswesens abdeckt. Diese «Forward Thinkers» haben in einem systematischen, innovativen und partizipativen Prozess eine Vision und einen Aktionsplan mit Governanz entwickelt.

Die Forward Thinkers

  • Marcel Henry: Vorstandsmitglied ICOM Schweiz, Direktor Museo Hermann Hesse Montagnola
  • Dorothea Strauss: Transformationsexpertin & Kuratorin/ Systemische Business Coach & Beraterin
  • Jonas Chereau: Leiter der Organisationsentwicklung, Internationales Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum
  • Anna Hagdorn: Managing Director, mmBE – Verein der Museen im Kanton Bern
  • Alexander Rechsteiner: Leiter Marketing & Kommunikation, Schweizerisches Nationalmuseum Zürich
  • Severina Eggenspiller: Managing Director, die Schweizer Schlösser
  • Violetta Vitacca: Beraterin, Fondazia Impact Consulting
  • Prof. Dr. Anselm Franke: Leiter des Master-Studiengangs Cultural Critique / Curatorial Studies, Zürcher Hochschule der Künste
  • Dr. Franziska Breuning: Co-Studiengangleitung Kulturmanagement, Universität Basel
  • Manuela Casagrande: Co-Studiengangleitung Kulturmanagement, Universität Basel
  • Myriam Stucki: Generalsekretärin VMS & ICOM Schweiz

Erfahren Sie mehr über unsere Learnings und Erkenntnisse aus Phase, in dem wir die Zukunft der Museen in der Schweiz erkundet haben:

Phase 2: Pilotprojekte (2026)

Am 26. Januar endete die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an der Pilotphase «Lernendes Museum 2026». Wir freuen und über zahlreiche Bewerbungen. Pilotmuseen bekennen Sie sich offen dazu, sich gemeinsam mit Ihrem Team auf den Weg zu einer lernenden Organisation zu begeben, in einem geführten Prozess und in einer energetischen Community. 

Alle Infos zur Pilotphase finden Sie HIER.

Phase 3: zweite Runde (2027)

Sie haben die Frist für die Pilotphase verpasst oder möchten gerne zu einem späteren Zeitpunkt teilnehmen? Kein Problem: 2027 haben Sie erneut die Chance.

Phase 4: Breiter Roll-Out

Diese Phase führt die koordinierte Implementierung über eine Vielzahl an Mitgliedsmuseen durch, begleitet von kontinuierlicher Wirkungsmessung und Evaluation. 

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