Isa Hesse-Rabinovitch!
Sie war keine, die sich auf eine Kategorie festlegen liess. Isa Hesse‑Rabinovitch (1917–2003), Ehefrau von Hermann Hesses Sohn Heiner, war Illustratorin, Fotografin, Filmemacherin – und eine Künstlerin mit einem eigenen, unverwechselbaren Blick. Ihr Schritt zur Filmkamera in den 1960er-Jahren machte sie zu einer Pionierin des Schweizer Autorenfilms. Zugleich zeugen ihre Werke von einer unabhängigen Stimme, die sich nie vereinnahmen liess. In Wien ausgebildet und zwischen Zürich und dem Tessin tätig, widmete die Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter sich Themen wie Identität, Landschaft und Erinnerung. Hermann Hesse erkannte ihr kreatives Potenzial und schätzte ihre illustrativen Fähigkeiten. Die gegenseitige Sympathie und Offenheit bildeten zudem eine ideale Grundlage für Gespräche auf Augenhöhe.
Die Sonderausstellung «Isa Hesse‑Rabinovitch!» lädt dazu ein, einer Künstlerin zu begegnen, die unterschiedliche Medien und Formensprachen verbindet. Im Tessin fand sie einen Ort der Konzentration und des Schaffens – geprägt von kultureller Offenheit, Licht und Landschaft. Zugleich vereinte sie verschiedene Welten in sich, sichtbar in ihrem feinen Gespür für leise Töne und ihrer anarchisch eigenständigen Lust am Experiment. Entdecken Sie eine Künstlerin, die das kulturelle Erbe der Familie Hesse auf eigene Weise bereicherte – und deren Werk heute mit überraschender Frische zu uns spricht.
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