Im Besengebiet – Eine Hommage an den Handbesen
27. April 2025 - 01. März 2026 SCHWEIZER STROHMUSEUM, Wohlen
Das SCHWEIZER STROHMUSEUM präsentiert eine Hommage an einen fast vergessenen Alltagsgegenstand: den Grashandbesen. Die gemeinsam mit den beiden Designerinnen Flavia Brändle und Margrit Linder sowie mit Pro Natura Aargau erarbeitete Ausstellung verbindet dabei Handwerk, Kulturgeschichte und Naturschutz.
© Flavia Brändle
Der Grashandbesen: Ein Alltagsheld der Vergangenheit
Vor einigen Jahrzehnten noch gehörte der Grashandbesen in ländlichen Gebieten der Schweiz zum Alltag. Ob in der Küche, im Eingangsbereich oder bei der Reinigung von Schuhen - der vielseitige Helfer war unverzichtbar. Geflochten aus Pfeifengras, das in Feuchtwiesen wächst und meist von Frauen gezogen und weiterverarbeitet wurde, diente er vor allem dem Eigenbedarf, zuweilen auch als Marktware. Mit dem Verschwinden der Holzkochstellen und der Verbreitung von Plastikbesen ist der Grashandbesen jedoch nahezu verschwunden, gleich wie das Wissen um die kunstvollen Bindetechniken.
Die kreativen Köpfe hinter der Ausstellung
Flavia Brändle und Margrit Linder beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Grashandbesen und setzen sich für die Bewahrung des Kulturguts ein. Sie haben die verschiedenen Flechttechniken sowie die kulturelle Umgebung, in der die Schweizer Besen entstehen, dokumentiert, geben in Besenflechtkursen ihr Wissen weiter und unternehmen Recherchereisen in verschiedenste Länder, um die Herstellung von Handbesen in Heimarbeit zu erforschen. „Es ist faszinierend zu sehen, wie vielfältig die Besen sind, aber auch wie zuweilen an unterschiedlichsten Orten ganz ähnliche Techniken angewendet werden‘‘, erzählen sie im Gespräch. Mit der Gemüsebürste YBRIGER hat Flavia Brändle darüber hinaus ein Produkt auf den Markt gebracht, das sich ganz auf die althergebrachte Besenbindetechnik aus der Region Ybrig stützt.