Gletscher & Stromschnellen. Gezeichnete Schweiz um 1800

01 avril 2026 - 05 juillet 2026 Graphische Sammlung ETH Zürich, Zürich

Aus der feuchten, kühlen Höhle hinaus auf die sommerliche Alm, über schmale Brücken, vorbei an neugieren Bäuerinnen hin zu den talwärts stürzenden Wasserfällen, in deren Nebeln sich zuweilen Regenbögen bilden.

Gletscher & Stromschnellen. Gezeichnete Schweiz um 1800

Mathias Gabriel Lory (genannt Lory fils), Gemsjäger auf dem Oberen Grindelwaldgletscher, im Hintergrund das Finsteraarhorn, um 1824, Aquarell und Graphit auf Velin, 245 x 327 mm, Inv.-Nr. Z 87, Graphische Sammlung ETH Zürich

Die Ausstellung lädt sie ein zu einer Reise durch die eindrucksvollsten Landschaften und entlegensten Winkel der Schweiz. Zugleich ist sie eine Zeitreise: Denn die Zeichnungen, die sie hier geniessen können, entstanden allesamt um 1800. Damals prägten sie massgeblich jenes Bild der «schönen Schweiz» – im In- und Ausland – das bis heute nachwirkt.
Zwischen zwei gegensätzlichen Polen entfaltet sich diese gezeichnete Welt. Auf der einen Seite stehen sublime Naturdarstellungen von überirdischer Klarheit: Bergmassive, Gletscherzungen und schroffe Felswände. Ihnen gegenüber begegnen uns intime, lebensnahe Szenen und Dinge des Alltags: junge Bauern beim Steinstossen im Appenzell, geflochtene Strohkörbe, Milchkübel und Heugabeln oder eine Mutter, die am Abend mit ihren Kindern vor dem Haus sitzt, während der Vater im Hintergrund seine Pfeife raucht.
Aus dem ebenso umfangreichen wie hochkarätigen Bestand von über 4’000 Zeichnungen Schweizer Kunstschaffender der Graphischen Sammlung ETH Zürich – darunter so schillernde Namen wie Caspar Wolf, Johann Ludwig Aberli oder Sigmund Freudenberger – wurde für diese Ausstellung eine Auswahl getroffen, die sowohl das Auge von Schweizenthusiasten anspricht als auch jene begeistert, die sich an der Meisterschaft der Zeichenkunst um 1800 erfreuen.

Kuratiert von Susanne Pollack, Graphische Sammlung ETH Zürich und Linda Vogel, Kunsthistorisches Institut der Universität Zürich

Glaciers & Rapids. Drawn Switzerland around 1800

Emerging from the damp, cool cave and onto the summer pastures, across narrow bridges, past the curious gaze of farmers, onward towards cascading waterfalls where rainbows sometimes form in the mist.
The exhibition invites you to explore Switzerland’s diverse landscapes, from its mesmerizing peaks to the wild and unseen remote corners of nature. At the same time, it opens up a journey through time, presenting drawings created around 1800. Around this time, they had a decisive influence on the image of “beautiful Switzerland”— both at home and abroad—which continues to have an impact today.
This drawn world unfolds between two contrasting poles. On the one hand, there are sublime depictions of nature in its breathtaking clarity: mountain ranges, glacier tongues and rough rock faces. On the other, we encounter intimate scenes and everyday life: from traditional farmhouses filled with woven straw baskets, milk buckets and pitchforks, to young farmers stone-putting in Appenzell, or a mother sitting in front of her home with her children in the evening, while the father puffs on his pipe in the background.
From the equally extensive and high-quality holdings of the Graphische Sammlung ETH Zürich, comprising more than 4,000 drawings by Swiss artists, a selection has been made for this exhibition—including works by such outstanding figures as Caspar Wolf, Johann Ludwig Aberli, and Sigmund Freudenberger—that appeals both to enthusiasts of Swiss landscapes and to those who admire the mastery of drawing around 1800.

Curated by Susanne Pollack, Graphische Sammlung ETH Zürich and Linda Vogel, Department of Art History, University of Zurich