Sammlungen katalogisieren sich fast von selbst, Besucher:innen erhalten Führungen von virtuellen Guides und die Herkunft der Ausstellungsobjekte wird durch KI detailliert erforscht. Science-Fiction? Längst Realität.
Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb kurzer Zeit von einer Nischentechnologie zu einem zentralen Transformationstreiber für Museen entwickelt. Nach Jahren der «Digitalisierung von Kultur» steht der Museumssektor nun vor der Herausforderung, sich in einer «Kultur der Digitalität» zu positionieren.
Der Begriff «Künstliche Intelligenz» ist allerdings diffus und fungiert als Sammelbegriff für verschiedene Technologien. Meistens gemeint ist die sogenannte generative KI. Im Gegensatz zu traditioneller KI, welche bestimmte Aufgaben nach vorgegebenen Regeln ausführt (z.B. Schachcomputer oder Übersetzer), lernt die generative KI aus grossen Datenmengen selbstständig dazu und kann so neue, einzigartige Inhalte erstellen. Darunter fallen Texte ebenso wie Bilder und Designs, Videos, Musik und Sprache oder sogar Codes für Software-Entwicklung. Die jüngsten Durchbrüche bei generativer KI, ausgelöst durch ChatGPT, haben das Thema in den Mainstream gebracht.
Für Museen bietet KI zahlreiche Möglichkeiten: Von der Automatisierung der Sammlungserschliessung über die Provenienzforschung bis hin zu personalisierten Vermittlungsangeboten und Besuchserlebnissen. Gleichzeitig stellen sich grundlegende Fragen zu Authentizität, Urheberrecht, Ethik und der Rolle des Museums.