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Provenienzforschung im Museum

Provenienzforschung ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit an Museen. Sie ermöglicht, wertvolle Informationen für die Inventarisierung und Dokumentation von Werken zusammenzutragen und die Geschichte der Objekte zu rekonstruieren. Sie hilft, gesicherte Kenntnisse über die eigene Sammlung zu erlangen und somit Eigentumsverhältnisse zu klären.

Provenienzforschung © VMS, Martina Lauterbach
© VMS, Martina Lauterbach

Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Problematik von NS-Raubgut, Objekten aus kolonialen Kontexten oder aus der sowjetischen Besatzungszone sowie später der DDR und geht illegaler Translokation von geplünderten archäologischen Kulturgütern nach.

Das Ziel von Provenienzforschung ist die idealerweise lückenlose Darstellung der Objektgeschichte sowie die Dokumentation der Handwechsel. Wichtig ist, dass dabei alle Quellen berücksichtigt und die Ergebnisse der Untersuchungen und Recherchen im Anschluss nachvollziehbar dokumentiert werden. Häufig wird sich die Provenienzkette nicht vollkommen schliessen lassen, und die bleibenden Lücken müssen auf Basis der geleisteten Recherche interpretiert werden. Provenienzforschung wird im besten Falle proaktiv von der Institution selbst ausgehend betrieben. In den vergangenen Jahren hat sich die Bandbreite von Provenienzforschung erheblich ausdifferenziert, wobei sich die grundsätzlichen Frage- und Problemstellungen ähneln, die jeweiligen Methoden und Quellenbestände jedoch unterschiedlich sind.


Informationen

VMS-Publikation «Provenienzforschung im Museum I. NS-Raubgut»
VMS-Workshop «Provenienzforschung in den Museen»
VMS-/ICOM-Publikation «Richtlinien für den Erwerb und die Annahme von Kultur- und Naturgütern»
ICOM-Publikation «Ethische Richtlinien»
Webseite Raubkunst des Bundesamts für Kultur
Webseite Schweizerischer Arbeitskreis Provenienzforschung
Webseite «Lange & Schmutz Provenienzrecherchen»