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Digitale Museumspraxis

Die Digitalisierung ermöglicht den Museen, seinen Besucherinnen und Besuchern neue Zugänge in die Vermittlungs-, Forschungs-, Sammlungs-, und Ausstellungsaktivitäten der eigenen Institution zu geben.

Digitalisierung Entomologische Sammlung der ETH Zürich © VMS, Dominic Büttner
Entomologische Sammlung der ETH Zürich © VMS, Dominic Büttner

Dank der Präsenz eines Museums im digitalen Bereich können Informationen zum Museum vor, nach oder anstelle des Museumsbesuchs vorgefunden werden. Und die Online-Stellung der Sammlung ins Netz bietet die Möglichkeit, mehr von der Sammlung und in anderen Zusammenhängen zu zeigen, als es in Ausstellungen möglich ist. Auch können durch die Präsenz im Netz interessierte Personen erreicht werden, welche geographisch nicht ins Einzugsgebiet des Museums gehören oder aus sozialen oder auch gesundheitlichen Einschränkung, das Museum nicht besuchen können.

Im Museum selbst können digitale Anwendungen den Besuch begleiten und unterstützen. Die meisten administrativen Abläufe und internen Arbeitsprozesse basieren auf digitalen Werkzeugen, und der entsprechende Speicherplatz sowie das Wissen über Datensicherheit und Handhabung der Programme sind essentiell im Arbeitsalltag. Dieser weite Umsetzungshorizont macht die digitale Museumspraxis zu einer Schlüsselqualifikation für jedes Museum. Grundlegend für den Erfolg ist die Aneignung einer Digital Literacy und der Verbreitung dieser Expertise in allen Museumsbereichen.

Die Digitalisierung bietet viele zusätzliche Möglichkeiten. Doch digitale Medien erschliessen nicht automatisch neue Zielgruppen. Es gilt zu prüfen, inwiefern digitale Angebote helfen, Kontakt herzustellen. Statt offline und online gegenüberzustellen und digital und analog gegeneinander abzugrenzen, ist es sinnvoller, mögliche Kontaktpunkte zwischen dem Museum und seinen verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern auszumachen. Ohnehin kann die gleiche Person sowohl online als auch offline vielfältig mit dem Museum in Kontakt treten. Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt der Museumsarbeit zu stellen, ist nicht nur für die Entwicklung digitaler Angebote hilfreich, sondern geht mit Forderungen zu stärkerer sozialer Inklusion, Partizipation und der Ansprache von neuen Besuchergruppen einher. Zudem gilt es, ein Verständnis für die Kultur der Digitalität aufzubauen und ihre Prinzipien des Remixens, der Gemeinschaftlichkeit und Algorithmen erfolgreich zu nutzen.


Informationen

VMS-Publikation «Digitale Museumspraxis. Eine ganzheitliche Herangehensweise»
Webseite der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern mit diversen Artikeln zum Projekt «Digitale Strategien und Museen»
Webseite von One by One mit Hilfestellungen zur «Digital Literacy» für Museen
Publikation «Sharing is Caring. Openness and Sharing in the Cultural Heritage Sector»

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