Zur Museumsdefinition: Ringen um eine neue Identität

Was ist ein Museum? Der Internationale Museumsrat ICOM einigte sich 1946 erstmals auf folgende Definition: «Das Wort ‹Museum› umfasst alle der Öffentlichkeit zugänglichen Sammlungen künstlerischen, technischen, wissenschaftlichen, historischen oder archäologischen Materials. Hierzu zählen auch zoologische und botanische Gärten, nicht jedoch Bibliotheken, es sei denn, sie unterhalten dauerhafte Ausstellungsräume.»

Diese Definition wirkt einfach und unkompliziert. Nun stellte der ICOM im September 2019 einen neuen, zwei Absätze umfassenden Vorschlag vor:

«Museen sind demokratisierende, für jeden zugängliche und mehrstimmige Räume für den kritischen Dialog über vergangene und zukünftige Entwicklungen. Indem sie die Konflikte und Herausforderungen der Gegenwart anerkennen und sich damit auseinandersetzen, sorgen sie dafür, dass Artefakte und Exemplare für die Allgemeinheit aufbewahrt, vielfältige Erinnerungen für zukünftige Generationen konserviert und für alle Menschen die gleichen Rechte und der gleiche Zugang zu kulturellem Erbe garantiert werden.

Museen sind nicht auf Profit ausgerichtet. Sie sind partizipative, transparente Einrichtungen, die in aktiver Partnerschaft mit und für unterschiedliche Gemeinschaften an der Erfassung, Bewahrung, Erforschung, Interpretation, Darstellung und Vertiefung verschiedener Weltanschauungen arbeiten. Ihr Ziel ist es, einen Beitrag zur Menschenwürde, zur sozialen Gerechtigkeit, zur globalen Gleichheit und zum Wohl der Erde zu leisten.»

Diese umfangreichere und gewichtigere Definition löste bei Museumsfachleuten auf der ganzen Welt Kontroversen aus. Die Vorsitzende des ICOM Frankreich, Juliette Raoul-Duval, kritisierte sie als «ideologisches Manifest» (Noce, 2019). Ich schätze Kontroversen sehr, und so widmete ich meine Aufmerksamkeit den Online-Diskussionen und Kommentaren von Museumsfachleuten rund um den Definitionsvorschlag. Als unangemessen kritisiert wurde dieser mit einer Reihe von Argumenten: vom Vorwurf einer zu engen Fokussierung (schliesslich sind nicht alle Museen gemeinnützig) bis hin zu Äusserungen, dass Museen keine Räume der politischen oder sozialen Gerechtigkeit seien. Mir selbst erschien die neue Definition als Spiegel der Entwicklung der heutigen Museumsidentität, die sich über die Zeit herausgebildet hat.

Insbesondere das Argument, dass Museen keine Räume der Politik oder der sozialen Gerechtigkeit seien, verblüfft mich, denn ich habe Museen als eine Art Katalysator für die Entwicklung meiner eigenen Identität erlebt. Über meine Herkunft und die zentralamerikanische Kultur haben mir meine Eltern nichts erzählt. «Du bist Amerikanerin», lautete ihre immer gleiche Antwort auf meine neugierigen Fragen. Es waren Museen, die mich mit lateinamerikanischen Kunstschaffenden in Verbindung brachten. Auch wenn deren Werke in Kunstmuseen nur spärlich vertreten waren, spürte ich sie auf und beanspruchte sie als Teil meiner Identität. Diese persönliche Erfahrung machte Museen für mich zu einem Ort von sozialer Gerechtigkeit und Menschenwürde. Warum also fühlen sich so viele Menschen von diesem Teil der Museumsdefinition angegriffen oder zumindest abgeschreckt?

Anhand verschiedener Artikel – allesamt gefunden im «Curator: The Museum Journal» – möchte ich die Geschichte der Museumsdefinitionen nachvollziehbar machen und herausfinden, was diese Entwicklung für die künftige Definition des ICOM bedeuten könnte.

Frühere Definitionen

«Heute herrscht offenbar einige Verwirrung darüber, was ein Museum ist oder was es sein sollte» (Colbert, 1961, S. 138). Edwin H. Colberts Artikel «Was ist ein Museum» umreisst die beiden Hauptmerkmale eines Museums: den Erhalt von Objekten und deren Interpretation. Colbert stellt fest: «Hat eine Institution keine Objekte in ihrem Besitz, die sie durch Forschung oder Ausstellung oder beides erklärt, ist sie kein richtiges Museum» (S. 139). Diese Definition gilt heute nicht mehr für alle. Kindermuseen, Online-Museen oder andere Institutionen würden nicht als Museen gelten. Selbst die damalige Definition des ICOM würde heutigen Institutionen nicht mehr gerecht: «Der ICOM erkennt als Museum jede dauerhafte Einrichtung an, die Sammlungen von Gegenständen von kultureller oder wissenschaftlicher Bedeutung zu Studien-, Bildungs- und Vergnügungszwecken bewahrt und ausstellt».

Elaine Heumann Gurian untersuchte 2010 weitere Definitionen, die verschiedene Länder und Museumsorganisationen entworfen haben, und schlug zudem vor, Museen nach deren Schwerpunkten zu kategorisieren. So konzentrieren sich einige Museen auf ihre Objekte, während andere den Nationalstaat ins Zentrum stellen etc. Nach Heumann Gurian sollen diese Kategorien als Orientierungshilfe und Diskussionsgrundlage dienen und nicht als abschliessend betrachtet werden.

Aber auch die gesetzlichen Definitionen unterschiedlicher Nationen sollten wir nicht ausser Acht lassen. Als Beispiel mag hier eine gekürzte Version der rechtlichen Museumsdefinition in den Vereinigten Staaten dienen:

a. «Ein Museum ist eine öffentliche, Stammes- oder private gemeinnützige Einrichtung, die auf dauerhafter Basis im Wesentlichen pädagogischen Zielen, dem kulturellen Erbe oder ästhetischen Zwecken dient und die mit Hilfe von Fachpersonal [...]»

b. «Der Begriff ‹Museum› in Absatz (a) dieses Abschnitts schliesst Museen ein, die über materielle und digitale Sammlungen verfügen. Zu den Museen gehören unter anderem die folgenden Arten von Institutionen, sofern sie ansonsten die Bestimmungen dieses Abschnitts erfüllen.»

c. «Für die Zwecke dieses Abschnitts greift eine Institution auf Fachpersonal zurück, wenn sie mindestens einen bezahlten oder unbezahlten Mitarbeiter oder Arbeitskräfte im Umfang eines Vollzeitäquivalents beschäftigt, die sich hauptsächlich mit dem Erwerb, der Pflege oder der öffentlichen Ausstellung von Objekten befassen, die der Institution gehören oder von ihr genutzt werden (Definition eines Museums, 2019).»

Der 1983 in «Curator» erschienene Artikel von Raymond S. August, «Museum: A Legal Definition», geht näher auf die Geschichte des Wortes Museum und dessen gesetzliche Dimension ein. August weist darauf hin, dass zwischen der rechtlichen Definition und der tatsächlichen Selbstdefinition von Museen unterschieden werden muss: «Die Gerichte haben sich in den letzten dreissig Jahren nicht mit der Museumsdefinition befasst, während Museumspersonal und -verbände diese aktiv überprüft haben. Die meisten Elemente, die in der Vergangenheit von den Gerichten abgelehnt wurden, sind von vielen innerhalb der Museumsgemeinschaft übernommen worden» (S. 145). Meine Durchsicht des «Curator»-Archivs in der Wiley-Online-Bibliothek und anderer Quellen ergab, dass es nicht an Definitionen mangelt, die zu umreissen versuchen, was eine Institution zu einem Museum macht. Einen Konsens über die korrekte Terminologie sucht man vergeblich und die Unmenge an Worten verwirrte mich eher, statt Klarheit zu schaffen.

Die einzige Antwort, die ich finden konnte, war, dass es keine gibt (und nie eine gegeben hat) – und wir nach wie vor nicht wirklich definieren können, was ein Museum ist und welche Rolle es heute spielt. Das führte mich zu meiner nächsten Frage: Wie haben sich Museen verändert und warum verärgert die neue Definition des ICOM so manchen?

Ein Haufen leerer Worte

Bei der Durchsicht zahlreicher Internetkommentare und -artikel stiess ich immer wieder auf eine Reihe ähnlicher Gründe für den Unmut über die vorgeschlagene ICOM-Definition:

1. Sie ist zu einschränkend.
2. Sie ist zu lang.
3. Sie ist zu politisch.

Ich stimme zu, dass die Definition zu eng gefasst ist, da sie Museen ohne Sammlungen ausschliesst. Das galt jedoch auch für die frühere ICOM-Definition von 2007, in der es hiess:

«Ein Museum ist eine der Öffentlichkeit zugängliche, nicht gewinnorientierte, ständige Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die das materielle und immaterielle Erbe der Menschheit und ihrer Umwelt zum Zwecke der Bildung, des Studiums und des Vergnügens erwirbt, bewahrt, erforscht, vermittelt und ausstellt».

Auch einige weitere Kritiken an der neuen vorgeschlagenen Definition gelten für alle früheren Varianten. So sammeln beispielsweise nicht alle Museen Objekte.

John Fraser argumentiert in einem redaktionellen Beitrag aus dem Jahr 2019, dass die vorgestellte Definition viele Museen ausschliesse, zumal einige von ihnen kein Interesse hätten an einem «Einfluss auf Menschenwürde, Gleichheit oder planetarisches Wohlergehen» (S. 502). Dies weckt den Eindruck, dass Museen ihre Ausstellungsobjekte wichtiger nähmen als das Wohlergehen der Menschheit. Ihre Aktivitäten im Bereich Bildung und Forschung – im Dienste der Menschheit – zeigen jedoch das Gegenteil. Und welche Bedeutung hätten Objekte schliesslich ohne die menschlichen Geschichten, die hinter ihnen stehen, und die Art und Weise, wie Menschen heute mit ihnen umgehen?

Ich stimme mit Frasers Analyse überein, dass die ICOM-Definition von hehren Plattitüden durchdrungen ist, die Museen leicht verdrehen und bedeutungslos machen könnten. Meiner Meinung nach liegt der Kern der Kontroverse darin, dass der ICOM-Vorschlag weniger eine tatsächliche Definition ist als vielmehr eine Art ethisches Idealbild, das Museen zu erreichen versuchen sollen.

Viele Museen produzieren nichts als heisse Luft, wenn von Vielfalt und Inklusion geredet wird. Für mich, die ich in einem Museum gearbeitet habe, sind diese Worte nach vielen Jahren leerer Versprechungen bedeutungslos geworden. In den Vereinigten Staaten etwa gibt es trotz neuer politischer Programme, Konferenzen und Workshops, die sich dem Thema widmeten, kaum Änderungen hinsichtlich Diversifizierung. Eine Umfrage aus dem Jahr 2015 ergab, dass 84 Prozent der Museumsmitarbeiter weiss sind (Bates, 2018). Im Jahr 2018 stellte das Metropolitan Museum of Art in New York City den zehnten weissen männlichen Direktor in Folge ein, trotz einer Politik, die sich für Vielfalt, Integration und gleichen Zugang einsetzt (Sayej, 2018). Welche Macht haben diese Initiativen letztlich, wenn keine sinnvollen Massnahmen hinter ihnen stehen?

Meiner Erfahrung nach sind Museen (und zahlreiche andere Institutionen) meisterhaft darin, sich ehrgeizige Ziele zu setzen und diese nie zu erreichen. Ich wünsche mir, dass Museumsvorstände, Mitarbeitende und Direktoren wie Direktorinnen in ihren Institutionen aktiv werden und die Schlagworte Vielfalt, soziale Gerechtigkeit und Inklusion wieder mit Leben füllen. Während die vorgeschlagene ICOM-Definition ein Zeichen dafür ist, dass diese Bewegung Anerkennung erfährt, ist ein Aufruf zu ethischem Handeln keine Definition dessen, was ein Museum ist. Vielmehr listet er eine Reihe von Zielen auf, die die Institutionen erreichen sollen.

Auf der anderen Seite gibt es Museumsfachleute, die die neue ICOM-Definition ablehnen, da sie zu politisch sei, wie folgender Kommentar aus einem Blogbeitrag eines Museumsverbandes zeigt:

«Um Shakespeare zu paraphrasieren: ‹Voller Klang und Aufregung, die nichts bedeuten.› Meine Güte, was für ein fades, herablassendes Zeug! Habt ihr noch nie etwas von einfachem Englisch gehört? Und wisst ihr nicht, dass Museen seit Jahrzehnten integrativ, demokratisch und polyphon sind (Wie integrativ ist solch ein Wort für die Masse der Menschen, die Museen besuchen?)? Das ist nichts Neues, Leute! Warum um alles in der Welt riesige Geldsummen ausgeben, um etwas zu reparieren, das nicht repariert werden muss? Oh, und Museen sollten meiner Meinung nach niemals von politischen Übereinkünften beeinflusst und manipuliert werden. Wir sind seit Jahrzehnten offen und demokratisch und wir sind sichere Zufluchtsorte für alle, ohne diesen ganzen Druck der sozialen Gerechtigkeit, der oft geradezu bevormundend ist. Wenn der Anschein entsteht, Museen hätten irgendeine Art von politischer Agenda, dann werden wir genauso unglaubwürdig wie jeder Politiker oder jede Regierung. Wir sollten die Wahrheit sagen, wie sie ist, ohne eine Agenda. Wir handeln mit Fakten. Indem wir das tun, räumen wir unserem Publikum das Recht ein, zu denken, nachzudenken, sich zu engagieren und zu debattieren, ohne predigend und, was noch beängstigender ist, manipulativ zu sein.» (15.8.2019, 13:24)

Museen sind nicht integrativ. Museen sind ihrem Wesen nach politisch und hatten schon immer eine Agenda. Aufgrund des Modells, auf Basis dessen sie gegründet wurden, spiegeln sie immer noch die vorherrschende Kultur wider. In dem Masse, in dem Museen ihre Prioritäten erweitern und beginnen, ihr Personal, ihre Sammlungen und ihre Ausstellungen aktiv zu diversifizieren, werden sie denjenigen, die am Status quo festhalten, immer politischer erscheinen. Museen befassen sich zwar mit Fakten, heben aber oft bestimmte Perspektiven hervor und stellen sie über andere. Hier dient als Beispiel etwa die Frage der Überrepräsentation männlicher Vögel in den ornithologischen Sammlungen der Naturkundemuseen (Ashby, 2017). Ashby erklärt: «Museen sind ein Produkt ihrer eigenen Geschichte und der Gesellschaften, in die sie eingebettet sind. Sie sind nicht unpolitisch, und sie sind nicht völlig wissenschaftlich. Aus diesem Grund repräsentieren sie nicht die Realität» (Abs. 3). Museen erzählen Geschichten, jedoch werden diese nicht notwendigerweise von Menschen verfasst, die demselben Hintergrund entstammen, über den sie schreiben (Coxall, 2000).

Dies trifft zum Beispiel auf die weissen Kuratoren oder Kuratorinnen zu, die über die Darstellung der Geschichten und Charaktere der Vergangenheit bestimmten (Hollander, 2019).

Es gibt durchaus Kritiken an der ICOM-Definition, denen ich zustimmen kann, während ich den reaktionären und (die Geschichte) ignorierenden Kommentaren anderer vehement widerspreche. Die ICOM-Definition ist feurig und kühn. Die wütenden Reaktionen, die sie provoziert, sehe ich als Zeichen des Wandels. Die vorgeschlagene Definition spiegelt eine aggressive, neue Herangehensweise an Museen wider, eine Herangehensweise, die aktiv daran arbeitet, erweiterte Prioritäten und Interessengruppen herauszufordern, voranzutreiben und anzuerkennen. Aber ich habe einen Vorschlag.

Wir verfolgen ein Ziel

Letztlich hält mir die ICOM-Museumsdefinition von 2019 eines vor Augen: Wir müssen uns ändern! Museen diskutieren seit Jahrzehnten über den demografischen Wandel, doch hat sich bis 2020 kaum etwas getan hinsichtlich einer besseren Repräsentation und einer grösseren Vielfalt. Die vorgeschlagene Definition fühlt sich an wie die endgültige Anerkennung der Tatsache, dass Museen sich verändern müssen, auch wenn sie sich mit Händen und Füssen wehren. Verändern oder zu Grunde gehen! In diesem Sinne schlage ich vor, eine Art Mischversion der bereits vom ICOM vorgelegten Definitionen zu erstellen, eine, die sowohl beschreibend als auch anspruchsvoll ist – und die den Unterschied deutlich macht. Meine Ergänzungen sind fettgedruckt:

«Als Museum gilt jede Institution, die zu Studien-, Bildungs- und Vergnügungszwecken Materialien von kultureller oder wissenschaftlicher Bedeutung bewahrt oder ausstellt. Wir bemühen uns, partizipatorisch und transparent zu sein, und arbeiten in aktiver Partnerschaft mit und für unsere unterschiedlichen Gemeinschaften, um zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen, zu interpretieren, auszustellen und das Verständnis für die Welt zu verbessern, mit dem Ziel, zu Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit, globaler Gleichheit und planetarem Wohlergehen beizutragen.»

Jede Institution einzubeziehen, schafft eine um einiges umfassendere Definition, die auch Museen ohne Sammlungen, etwa virtuelle Museen, anerkennt. Ich habe zudem einen Einschub aus der ICOM-Definition von 2001 wieder eingeführt («für Studienzwecke»).

Von «Materialien» zu sprechen statt von «Objekten», ist ein Versuch, die verschiedenen Arten von Sammlungen, die es gibt, zu erfassen. Dennoch trifft auch der Begriff «Materialien» immer noch nicht genau auf Institutionen mit lebenden Sammlungen zu, wie z. B. Aquarien.

Die Formulierung «wir bemühen uns» schafft ein kollektives Ziel, während zugleich Ausschnitte aus älteren Definitionen beibehalten werden. Dies spiegelt auch genauer wider, wo Museen derzeit stehen. Sie versuchen, offen und integrativ zu sein, und wahren doch gleichzeitig Aspekte der weissen Vorherrschaft.

Von «unseren» Gemeinschaften zu sprechen, drückt die Notwendigkeit einer stärkeren Verbindung zwischen Gemeinschaften und Museen aus – es ist an der Zeit, die Mauer zwischen «uns» und «euch» niederzureissen. Vielfältige Gemeinschaften gehören in Museen und Museen gehören in vielfältige Gemeinschaften.

Die Beibehaltung von Phrasen wie «soziale Gerechtigkeit und globale Gleichheit» ist ein Statement an die Neinsager, die behaupten, Museen seien unpolitische Räume. Die Bedeutung und der weitreichende Einfluss von Museen machen ihre Arbeit im Bereich der sozialen Gerechtigkeit und der globalen Gleichberechtigung unerlässlich. Museen müssen weiter auf diese Ziele hinarbeiten, um bestehen zu können.

Ist diese Definition die ideale Lösung? Nein. Ich glaube nicht, dass wir jemals einen perfekten Konsens erreichen und alle zufriedenstellen werden. Vielleicht müssen wir unsere Bemühungen neu ausrichten und aufhören, nach der perfekten Definition zu suchen. Stattdessen könnte eine einfache, aber anspornende Erklärung als Leitstern dienen und Berührungspunkte schaffen für die grosse Vielfalt an Institutionen. Damit können wir uns wieder aufs Handeln konzentrieren und darauf, Räume zu schaffen, die unseren Gemeinschaften wirklich dienen und sie repräsentieren. Geht es nicht letztlich genau darum?

Brenda Salguero, College-Programmkoordinatorin MESA in der Abteilung für Diversität und Engagement an der Universität von Kalifornien, Mitglied des «2020 Knology – Curator: The Museum Journal Writing Scholars Workshops».