Chronik

Die Rubrik gibt einen umfassenden und vielfältigen Überblick über Neuerungen und Veränderungen in der Schweizer Museumslandschaft.

Feierliches zu Beginn: Die Stiftung Wildnispark Zürich zelebriert das zehnjährige Jubiläum des Sihlwalds als «Naturerlebnispark – Park von nationaler Bedeutung» mit der Sonderausstellung «WaldWildnisWir – Faszination Naturwald» im zugehörigen Naturmuseum. Das Kinder- und Familienmuseum Museo in erba jubiliert zum 20. Geburtstag mit der interaktiven Ausstellung «Calder, che circo!», die in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou de Paris realisiert wurde. Auch das mudac – Musée de design et d’arts appliqués contemporains begeht sein 20-jähriges Bestehen, und zwar mit 20 Rendez-vous ab Herbst 2020 bis zum Umzug ins Museumsquartier PLATEFORME 10 im Juni 2022. Das Paul Gugelmann-Museum feiert den 25. Geburtstag mit der Sonderausstellung «Werke des Künstlers Paul Gugelmann aus Privatbesitz». Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des Laufentaler Kantonswechsels zeigt das Museum Laufental eine neue Dauerausstellung zum Thema. Electrobroc wurde dieses Jahr 30-jährig und präsentierte erneuerte Konferenz- und Bildungsprogramme. Der Fundus des Theatermuseums Zürich bildete mit seinen Kostümen, Masken und Requisiten diesen Sommer das Herzstück der Jubiläumsausstellung «Theater Leben – 50 Jahre Theater Stok» im Stadtarchiv Zürich. Schloss Jegenstorf beging den ersten Teil seines Jubiläums «300 Jahre Barockschloss» mit der Sonderausstellung «300 Jahre – 30 Objekte: Schätze und Trouvaillen der Sammlung». Die zweite Sonderausstellung wurde auf das Jahr 2021 verschoben. Auch das Festprogramm zum 30-Jahr-Jubiläum des Kunsthauses Zug an der Dorfstrasse» mit Ausstellungen zu Richard Gerstl sowie Christine und Peter Kamm und einem Sommerfest wird erst im kommenden Jahr stattfinden.

Michaela Oberhofer und Nanina Guyer, Kuratorinnen der Ausstellung «Fiktion Kongo – Kunstwelten zwischen Geschichte und Gegenwart» im Museum Rietberg, sowie Raphaël Bouvier, Kurator von «Der junge Picasso: Blaue und Rosa Periode» in der Fondation Beyeler, wurden für den Kuratorenpreis des Kunstmagazins «ART» nominiert. Für den European Museum of the Year Award wurde eine Reihe Schweizer Museen nominiert: das Landesmuseum Zürich, das MoMö – Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum, das Hexenmuseum Schweiz, das Musée Historique Lausanne, das Museum Altes Zeughaus in Solothurn, das Stapferhaus und das Museum Burghalde in Lenzburg sowie das Muzeum Susch.

Schweizweit wurde renoviert, erweitert, gezügelt: Seit Ende 2019 befindet sich die Sammlung des Historischen Museums Obwalden in neuen Räumlichkeiten in Kägiswil. Ebenfalls Ende 2019 öffnete das Haus der Museen in Olten seine Tore: Natur, Geschichte und Archäologie befinden sich seither unter einem Dach. Das Naturhistorische Museum Bern setzt seit Anfang 2020 ein Zeichen mit dem «WC für alle»: Sie sind nicht kategorisiert und stehen allen offen – Frauen, Männern, transsexuellen, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen. Nach umfassender Sanierung erstrahlen seit Februar die Vitrinen und Mineralien in der Dauerausstellung von focusTerra – ETH Zürich in neuem Glanz. Das Schloss Chillon feierte nach 15 Jahren Arbeit im Frühjahr die Neugestaltung des Aussenbereichs mit verbessertem Empfang, Spazierweg und dem neuen Café Byron. Das Bergbaumuseum des Bergwerks Käpfnach wurde heuer nach einem Brand (2015) im wieder aufgebauten Haus neu gestaltet. Seit diesem Frühjahr präsentiert es sich für alle Altersklassen attraktiver und «bergmännischer». Das Bergbaumuseum Graubünden Schmelzboden in Davos hat nach historischen Vorlagen einen Erzaufzug über zwei Stockwerke eingebaut. Mitte Juni öffnete das Schloss Burgdorf nach mehrjährigem Umbau seine Tore als «Schloss für alle» mit neuem Museum, Restaurant und Jugendherberge. Die Website der Abteikirche Payerne bietet seit diesem Sommer einen virtuellen Entdeckungspfad mit 20 audiogeführten Stationen. Im Natur- und Tierpark Goldau wurden die Stationen Wildbienen und Käfer des neuen Insektenpfades sowie eine neue Dachsanlage eröffnet. Ebenfalls in diesem Sommer konnten nach 15 Jahren die Bautätigkeiten im Landesmuseum Zürich abgeschlossen werden. Das Stadtmuseum Brugg war renovationsbedingt knapp ein Jahr geschlossen und wurde mit einer neuen Dauerausstellung Ende August wiedereröffnet. Die alte Remise des Heimatmuseums Davos wurde mit einem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum erweitert. Im Gletschergarten Luzern wurde das historische Schweizerhaus aus dem Jahr 1874 aufwändig restauriert – im Zentrum der erneuerten Dauerausstellung im Erdgeschoss steht die Gründerfamilie Amrein-Troller. Das Telefonmuseum TELEPHONICA in Islikon feierte nach umfassender Gebäudemodernisierung im Herbst Wiedereröffnung. Die Fondation Toms Pauli verlegte die Verwaltung und ihre Sammlungen in die PLATEFORME 10. Das Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthabl macht nach mehrjähriger Restaurierung drei weitere Anlagen im Kanton Aargau dem Publikum zugänglich: die Festung Rein, den Kommandoposten der Grenzbrigade 5 in Wallbach und die grosse Beobachtungsanlage Vorderrein. Das MASI Lugano – Museo d’arte della Svizzera italiana eröffnete nach dreijähriger Renovierung seinen zweiten Standort im historischen Palazzo Reali in Lugano. Das Musée Atelier Audemars Piguet wurde neu eingeweiht – mit einem Blick in die Geschichte der Uhrmacherei im Vallée de Joux und in die Werkstatt. Das Gutenbergmuseum bietet neu auch Atelierkurse in Siebdruck, Marmorieren, Papierschöpfen und Origami an. Ende August wurde in Chur das Domschatzmuseum mit zwei Sammlungsbeständen eröffnet: Neben dem Domschatz ist ein Zyklus der Todesbilder aus dem Bischöflichen Schloss in Chur von 1543 zu sehen. Ende 2020 eröffnet das Schweizerische Blindenmuseum «anders sehen» in Zollikofen bei Bern. Das Touristikmuseum der Jungfrauregion in Interlaken-Unterseen wurde umbenannt und heisst neu TOURISMUSEUM. Apropos Namensänderungen: Schloss Jegenstorf ist seit 2020 Zeremonienlokal im Zivilstandskreis Bern-Mittelland.

Die personellen Rochaden fielen umfangreich aus: Das Museum Lindwurm, die Künstlerresidenz Chretzeturm und das zukünftige Kulturhaus der Jakob und Emma Windler-Stiftung in Stein am Rhein werden seit Oktober 2019 von der neuen Kulturleiterin Helga Sandl und ihrer Stellvertreterin Verena Nussbaumer geführt. Im November 2019 übernahm Lena Friedli die Leitung des Forums Schlossplatz in Aarau von Nadine Schneider, die wiederum zusammen mit Kaba Rössler (ehemals Stadtmuseum Aarau) seit Oktober 2019 die Co-Leitung des Henry-Dunant-Museums Heiden innehat. Marc Griesshammer leitet seit November 2019 das Stadtmuseum Aarau. Der Kurator Dominik Sieber hat das Stadtmuseum Brugg verlassen – die Stelle der Museumsleitung ist vakant. Anfang 2020 hat der Davoser Christian Kaufmann-Issler das Präsidium des Vereins Heimatmuseum Davos übernommen. Das Museum zur Farb in Stäfa hat mit Lukas Germann seit Anfang des Jahres einen neuen Leiter und Kurator. Das MASI Lugano begrüsste Stefan Hottinger-Behmer als neuen Head of Communication, Marketing & Fundraising. Im Typorama in Bischofszell übernahm Percy Penzel die Leitung von Paul Wirth. Seit Februar ist Almut Grüner Direktorin der kantonalen Museen Luzern. Das kulturelle und künstlerische Zentrum Ferme-Asile in Sion hat seit März mit Anne Jean-Richard Largey eine neue Leiterin. Ebenfalls seit März leitet die Kunsthistorikerin Lucia Angela Cavegn das Museum kunst + wissen in Diessenhofen. Im Maison du Dessin de Presse ist Stéphanie Reinhard seit Juni die neue Direktorin. Birgit Langenegger und Martina Obrecht übernahmen im gleichen Monat die Co-Leitung des Museums Appenzell. Roland Inauen wurde als Museumsleiter pensioniert. Seit seiner Gründung wurde der Verein Zuger Depot Technikgeschichte von Alfred Heer geleitet. Im Juni übergab er die Leitung an Thomas Lötscher. Seit Juli leitet die Kunsthistorikerin Katharina Ammann das Aargauer Kunsthaus. Sie löste Madeleine Schuppli ab. Das operative Geschäft des DIORAMA Einsiedeln wurde im August von der DIORAMA Bethlehem Stiftung übernommen. Christian Hunziker übernahm im August die Leitung des Seemuseums in Kreuzlingen von Ursula Steinhauser. Im September wurde der seit 2015 angestellte Historiker Beat Zimmermann zum Leiter des Archivs Ortsgeschichte Maur ernannt. Auch im Musée du fer et du chemin de fer in Vallorbe gibt es einen Wechsel: Neuer Geschäftsleiter und Kurator ist Kilian Rustichelli, der auf Simon Leresche folgte. Im September wechselte auch die Museumsleitung im Schulmuseum Mühlebach in Amriswil: Neu ist Frauke Dammert verantwortlich. Sie löste den langjährigen Museumsleiter Hans Weber ab, der Präsident der Stiftung Schulmuseum Mühlebach bleibt. Beim Museum ENTER hat ein Wechsel im Stiftungsrat stattgefunden: Der Unternehmer Adrian Flury ersetzte Theodor Klossner. Die Fondation Martial Ançay, Verwalterin des Musée du savoir-faire alpin in Fully, ernannte Pierre-Maurice Roccaro zum neuen Präsidenten und Camille Ançay zum Vizepräsidenten. Im Naturama Aargau folgte auf Direktor Daniel Bärtschi ab Oktober ein Leitungsgremium, bestehend aus Johanna Häckermann (Vorsitz), Denis Vallan und Florian Helfrich. Seit Mitte Oktober ist Marc Zehntner Direktor des Historischen Museums Basel. Er löste Marc Fehlmann ab. Im Vorstand der Fondation Othenin d’Haussonville pour le rayonnement de l’esprit de Coppet folgt Rainier d’Haussonville auf Amélie Cherbuin als neuer Präsident. Weiter tritt Simon d’Haussonville als Vertreter der Familie, der das Château gehört, in den Vorstand ein. Im Weinbaumuseum am Zürichsee hat im November die Historikerin Mariska Beirne die Geschäftsführung übernommen. Und auch das Museum Burghalde hat mit Marc Philip Seidel einen neuen Museumsleiter.