Gabriela Löffel
Gabriela Löffel (*1972, Kt. Bern, CH; lebt und arbeitet in Genf, CH) entwickelt eine audiovisuelle Praxis, die die politischen Ökonomien unserer Wahrnehmung freilegt. Ihre Installationen entstehen aus langjährigen Recherchen an Orten wie militärischen Trainingsarealen, Sicherheitskongressen oder den undurchsichtigen Zonen globaler Finanzströme, an denen Machtstrukturen, Erzählungen über systemische Zusammenhänge und fiktionale Ebenen ineinandergreifen. Löffel arbeitet mit Verfahren der Übersetzung, Fragmentierung und Distanzierung, in denen Stimmen neu interpretiert, Bilder verschoben und Szenarien zerlegt werden. So entstehen präzise montierte Räume, in denen sich die Wirklichkeit als Geflecht aus Erzählungen, Projektionen und Apparaturen zeigt. Zentral in Löffels Schaffen ist die Infrastruktur des Sprechens und Hörens. Die Künstlerin versteht Klang als eigenständige Ebene, in der Bedeutungen entstehen – oft in Zusammenarbeit mit Soundkünstler*innen und Musikschaffende. Dieses kollaborative Moment wird in der Ausstellung verstärkt und um Praktiken des auditiven Denkens erweitert.