Background Image
Previous Page  80 / 132 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 80 / 132 Next Page
Page Background

80

museums.ch

09/2014

Damit ein zukünftiges Depot die konservatorisch angemessene, objektgerechte

Lagerung und die verschiedenen Nutzungsansprüche zufriedenstellend

erfüllen kann, sind zusammenfassend ein ausgewogener und vollständiger

Bedürfnis- und Anforderungskatalog seitens der Sammlungsverantwortlichen,

verlässliche Mengengerüste, eine klare Definition des finanziellen Rahmens

und der Terminvorstellungen sowie der frühzeitige Beizug von Fachspezialisten

ausschlaggebend.

Ein Depot für Kunst- und Kulturgut dient der langfristigen Erhaltung unseres

kulturellen Erbes mit dem Zweck, die Werke mit hoher Sicherheitsgarantie und

unter bestmöglichen Konditionen aufzubewahren und gegen schädigende Einflüsse

zu schützen. Diese Aufgabe setzt optimale Bedingungen und eine entsprechende

Infrastruktur voraus. Mit dem zunehmenden monetären Druck spielen auch die

Betriebskosten und der Energieverbrauch eine immer bedeutendere Rolle. Nicht

hinreichend erfüllte konservatorische, betriebliche und/oder ökonomische Faktoren

können konsequenterweise Handlungsbedarf für eine Veränderung in der Depot-

gestaltung auslösen.

Die Voraussetzung für eine zufriedenstellende zukünftige Depotsituation bil-

den eine fundierte Bedarfsanalyse sowie klare Anforderungskriterien. Dabei sind

wesentlich die Sammlungsverantwortlichen gefordert, möglichst unter Einbezug des

Fachwissens und der Vorschläge aller Abteilungen einer Institution. Dies bedingt in-

tegrativ-kommunikative Qualitäten des Führungsteams, aber auch ein Engagement

der Beteiligten aus den unterschiedlichen Bereichen wie Kuratorium, Registratur,

Konservierung, Sammlungstechnik, Haustechnik und Logistik.

Aufgrund vielschichtiger Anforderungen an ein Depot und den meist limitierten

personellen Ressourcen ist es für viele Institutionen sinnvoll, frühzeitig zusätzliche

externe Spezialistinnen und Spezialisten aus dem konservatorischen und planeri-

schen Fachgebiet hinzuzuziehen. Diese Beratung ist in allen Phasen empfohlen:

für die Erarbeitung der Planungsgrundlagen, während der Bauausführung, für die

Überprüfung der erbrachten Bauleistung bezüglich Erfüllung der betrieblichen und

musealen Vorgaben sowie für die Inbetriebnahme des Depots.

Bedarfsanalyse und Anforderungskriterien

In einer Bedarfsanalyse sind im Vorfeld eines Depotprojekts die spezifischen

Bedürfnisse abzuklären. Grundlage dazu bildet ein fundiertes Mengengerüst der

vorhandenen Objektbestände. Zu Beginn ist zu prüfen, ob das Inventar aktuell

ist und als verlässliche Grundlage

benutzt werden kann oder ob allenfalls eine

vorgängige Aufarbeitung notwendig ist. Für die Mengenberechnung wird das In-

ventar ausgewertet und vor den Werken nachkontrolliert. Anzustreben ist eine

Depotplanung – eine Herausforderung

für kulturelle Institutionen

PLANIFIER DES RÉSERVES – UN DÉFI POUR LES

INSTITUTIONS CULTURELLES

Monika Dannegger

Flamm