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museums.ch

09/2014

sowie beim Erweiterungsbau des Öster-

reichischen Museums für Kunst und In-

dustrie in Wien (1909).

Bis Ende des 19. Jahrhunderts zähl-

ten Holzschränke zur traditionellen

Ausstattung in den Museen. Künftig

sollte aber im Depot, aus Gründen der

Brandsicherheit und der Resistenz gegen

Schädlingsbefall, Eisen als Möbelwerk-

stoff der Vorzug gegeben werden. Als

Neuheit galt um 1900 auch die Loch-

pfosten-Konstruktion für Depots und

Bücherspeicher, bei der – im Prinzip

dem Linnéschen Herbarschrank entspre-

chend – Regalfächer beliebig verstellt

und die Regalanlage erweitert werden

konnten. Viele der Hersteller von De-

potschränken stammten ursprünglich

aus der Branche der Krankenhaus-Aus-

statter oder des Tresorbaus für Banken.

Zeitgenössische Innovationen im Brand-

schutz wurden aus dem Theater- und

Warenhausbau auf Museen übertragen.

Das 20. Jahrhundert

und heute

Die Schaffung von Bergedepots

in den zwei Weltkriegen verschaffte,

so traurig der Anlass auch war, der De-

ponierungspraxis einen beachtlichen

Professionalisierungsschub. In den Stol-

len- und Bunkerdepots konnten wichtige

Erkenntnisse gewonnen werden, und

einige der Richtlinien bezüglich Lage-

rung und Klimatisierung, die ursprüng-

lich für die Erhaltung von Kulturgut in

Kriegszeiten entwickelt worden waren,

behalten bis heute Gültigkeit (Biber/

Griesser 2012). Seit den 1970er-Jahren

bemühen sich Museen und Ausstattungs-

industrie um die Optimierung platz-

sparender, beweglicher Systeme. Ziele

sind maximale Mobilität, Flexibilität und

Zugänglichkeit (Bott 1970). Im Depot-

bau kam es in den letzten Jahrzehnten

Lochpfosten-Regalsystem im Asiatischen Museum von St. Petersburg (1905). Herstellung: Panzer AG Berlin. /

Système d’étagères à montants percés,

Musée asiatique de Saint-Pétersbourg (1905). Fabrication Panzer AG Berlin.

© Panzer AG, Museums-Schränke, Museums-Vitrinen, Münzschränke, Bibliothekseinrichtungen, Firmenkatalog, Berlin 1905, S. 16