NEMO-Konferenz: Wohlfühlen im Museum

Wie können Museen mentale Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Resilienz fördern? Dieser Frage stellten sich die Teilnehmenden der diesjährigen NEMO-Konferenz in Dänemark.

NEMO-Konferenz: Wohlfühlen im Museum

Aus der Bilderstrecken-Sammlung der Schweizer Museumszeitschrift: Saurer Museum.

Drei Tage voll inspirierender Gespräche, neuer Perspektiven und Erfahrungsaustausch: Mehr als 300 Museums-Fachleute aus 37 Ländern trafen sich Ende Oktober in Horsens, Dänemark zur diesjährigen Konferenz des Netzwerks Europäischer Museumsorganisationen (NEMO)

Unter dem Motto «Who Cares? Museums, wellbeeing and reselience» wurde erörtert, wie Museen in ganz Europa zum individuellen und kollektiven Wohlbefinden beitragen. Dabei wurde die Breite innovativer Ansätze ebenso deutlich wie der generelle Einfluss von Museen auf die mentale Gesundheit und soziale Resilienz.

Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Gesundheitssektor

Die sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Kultur und Gesundheitswesen zu fördern, sei angesichts der bedeutenden Rolle von Museen in der Gesellschaft unerlässlich, so der NEMO-Vorstand. »Wir würdigen das Engagement von Museumsfachleuten in ganz Europa, die gemeinsam mit Fachleuten für psychische Gesundheit und anderen Partnern daran arbeiten, das Wohlbefinden in ihre institutionellen Aufgaben zu integrieren.»

Das Museum Overtaci in Aarhus (Dänemark) bietet beispielsweise explizit Workshops für Menschen mit psychischen Problemen an. «Natürlich sind wir keine Therapeuten und wir sprechen auch nicht von Therapie», sagte Museumsdirektorin Mia Lejsted Bonde in ihrem Vortrag. Aber gerade deshalb stosse das Angebot auf grosses Interesse. «Denn es ist für diese Menschen ein grosser Unterschied, ob sie zur Therapie oder in ein Museum gehen.»

Die Irische Nationalgalerie legt einen besonderen Fokus auf die Arbeit mit Kindern, bietet Programme speziell für junge Mütter an und setzt auch auf Kooperationen mit Krankenhäusern während die Lettische Kulturakademie Museums-Guidelines speziell für die Arbeit mit älteren Menschen entwickelt hat.

Kulturelle Teilhabe für sozialen Zusammenhalt

«Die Einbettung kultureller Teilhabe in Strategien der öffentlichen Gesundheit ermöglichen Museen eine aktive Rolle bei Sozialverordnungen, kommunalen Gesundheitsinitiativen und Programmen zur Förderung des gesellschaftlichen Wohlbefindens», heisst es in einem NEMO-Statement. «Wir sehen Museen als Orte, an denen Kultur die psychische Gesundheit, emotionale Resilienz und den sozialen Zusammenhalt unterstützt.» Diese Rolle sei in einer Zeit zunehmender sozialer Spannung und Fragmentierung wichtiger denn je.

Die NEMO-Konferenz wurde gemeinsam mit dem Museum Horsens und dem dänischen Museumsverband organisiert.