Das Entlastungspaket des Bundes sieht unter anderem vor, die Ausgaben im Kulturbereich bis 2030 einzufrieren sowie das Subventionsgesetzt anzupassen, wodurch sich der Bund massgeblich aus der öffentlichen Finanzierung kultureller Institutionen und Projekte zurückziehen will.
Das betrifft auch die Museumsbranche und löst einen kaum überschaubaren Dominoeffekt aus. Denn die Schweizer Museen sind eng verwoben mit anderen kulturellen Bereichen, Gastronomie, Hotellerie, lokalen Dienstleistern sowie Wissenschaft und Bildung. Unser ausführliches Argumentarium findet sich hier sowie als Download am Ende dieser Seite.
Warum Museen systemrelevant sind
Unsere Museen sind mehr als Kulturorte – sie sind Investitionen in Demokratie, Wirtschaft und Zukunftsfähigkeit der Schweiz. Sie stärken die gesellschaftliche Resilienz, erbringen wirtschaftliche Wertschöpfung und bewahren unsere Kulturgüter. Sie sind unverzichtbar für die demokratische Bildung und Teilhabe der Bevölkerung und für die Erfüllung völkerrechtlicher Verpflichtungen.
Die Schweizer Museen stehen für unsere Geschichte. Unsere Heimat. Unsere Werte.
Die wichtigsten Forderungen des VMS im Rahmen des Entlastungspakets 2027:
- Verzicht auf Kürzungen des Kulturbudgets bis 2030 (Kap. 1.6.9) und Einführung des Teuerungsausgleichs.
- Streichung des geplanten Art. 7 Abs. 2 des Subventionsgesetzes (SuG), mit dem sich der Bund massgeblich aus der öffentlichen Finanzierung kultureller Institutionen und Projekte zurückziehen will (Massnahme 3.36).
- Verstärkte Investitionen in präventiven Kulturgüterschutz sowie in digitale Si-cherheit und Cyberabwehr, Notfallplanung und Evakuierungskonzepte sowie Schutz gegen Extremwetterereignisse.
- Verzicht auf Kürzungen bei touristischen Förderinstrumenten.
- Verzicht auf Kürzungen in den Bereichen Bildung, Teilhabe, Forschung und Innovation.
Fakten zur Wertschöpfung
- 15 Millionen Eintritte verzeichnen die 1'104 Museen in der Schweiz jährlich (BFS Stand 2023)
- Jeder investierte Franken bringt 1,6 bis 1,7 Franken gesamtwirtschaftlichen Nutzen zurück
- Pro Museumsbesuch werden weitere 2.25 Franken touristische Ausgaben generiert (Übernachtung, Gastronomie etc.)
- 12'000 direkte Arbeitsplätze plus zahlreiche indirekte in Restaurierung, Sicherheit, Ausstellungsbau
- Jeder gesparte Franken bei der präventiven Konservierung führt zu 10- bis 50-fach höheren Restaurierungskosten
Warum die geplante Kombinationsdeckelung problematisch ist
Die vorgeschlagene Änderung des Subventionsgesetzes würde bedeuten: Wenn Kantone und Gemeinden bereits Beiträge leisten, zieht sich der Bund aus der öffentlichen Finanzierung zurück, sofern diese 50 Prozent übersteigt. Konkrete Beispiele betroffener Institutionen:
- MASI Lugano: 76% öffentliche Finanzierung
- Zentrum Paul Klee: 64% öffentliche Finanzierung
- Bernisches Historisches Museum: 58% öffentliche Finanzierung
- Fotostiftung Schweiz: 70% öffentliche Finanzierung
Diese Regelung schafft Rechtsunsicherheit, verursacht unverhältnismässigen Verwaltungsaufwand und gefährdet die Planungssicherheit für Institutionen mit mehrjährigen Verpflichtungen.
Wer am Fundament spart, bringt das Haus zum Einsturz.
Das Ausführliche Argumentarium des VMS zum Entlastungspaket 2025 und weitere Dokumente finden sich unter den Downloads: