Die Schweizer Museumszeitschrift

Museumszeitschrift Nr. 26

Zu den neuen strategischen Stossrichtungen von VMS und ICOM Schweiz gehört die Transformation der Museen in lernende Organisationen. Ein eindrucksvolles Beispiel institutioneller Offenheit stellen wir in der aktuellen Ausgabe vor: das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf. Direktion, Mitarbeitende und Freiwillige verwirklichen dort täglich ihre Vision einer lernenden Institution, die allen offen steht. Der Beitrag zum Jahreskongress «Museen im digitalen Wandel» beleuchtet, mit welchen Fragen Museen beim Einsatz von KI konfrontiert sind – und welche Folgen dies für Strukturen, Abläufe und Kompetenzen hat. Den Blick über die Grenze werfen wir diesmal vor die eigene Haustür – ins kulturell reiche Dreiländereck von Österreich, der Schweiz und Liechtenstein – und stellen neben dem jüdischen Museum Hohenems das grenzüberschreitende Projekt «Gemeinsam erinnern im Rheintal. 1938 bis 1945» vor.  

Museumszeitschrift Nr. 26

Zur Publikation

Die Schweizer Museumszeitschrift ist das Magazin für die Mitglieder von VMS und ICOM Schweiz. Sie informiert über die Aktivitäten der Verbände und die aktuelle Kulturpolitik, stellt ausgewählte Fachliteratur vor und wirft in Bildstrecken einen Blick hinter die Kulissen der Museen in der Schweiz. Die Zeitschrift erscheint zweimal jährlich in einer mehrsprachigen Ausgabe. Die wichtigsten Artikel sind in ihren Übersetzungen auf museums.ch verfügbar.

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Übersetzungen

Chronik 2025

Sämtliche Jubiläen der diesjährigen Chronik addiert ergeben die stattliche Zahl von 615 Jahren – herzliche Gratulation allen Feiernden! Das Naturmuseum Solothurn begeht sein 200-jähriges Bestehen mit einer Sonderausstellung unter dem Motto «tierisch alt». Mit einem Spezialprogramm am Jubiläumswochenende im April feierte das Museum für Gestaltung Zürich seinen 150. Geburtstag – inklusive Papierwerkstatt, Live-Siebdruck und Glücksrad. In drei verschiedenen Sprachregionen wird jeweils ein 40. Geburtstag gefeiert: Das Museo Villa dei Cedri in Bellinzona, das Centre Pro Natura de Champ-Pittet sowie die Kunst Halle Sankt Gallen stossen auf ihre runden Geburtstage an. Das Forum Schweizer Geschichte Schwyz begeht seinen 30. Geburtstag mit einem ausgedehnten Festtag und feierlichen Reden, zahlreichen Volksmusik-Aufführungen sowie vielseitigen Kurzführungen im Museum. In der Romandie gab es weiter zwei 25. Geburtstage: Das Musée romain de Vallon bot seinem Publikum zum Jubiläum an zwei Spezialtagen «Hercule et ses aventures» in 4 Teilen – erzählt von drei Geschichtenerzählerinnen –, während der Espace des inventions in Lausanne nach den Feierlichkeiten seine Tore zum Umbau schloss und im Frühling 2026 wiedereröffnet wird. Das Zentrum Paul Klee und Creaviva feiern den 20. Geburtstag und beschenken alle, die ebenfalls Jahrgang 2005 sind, mit Gratiseintritten während des ganzen Jahrs. Aber auch für alle anderen gab es zu feiern: am grossen Jubiläumswochenende im Juni mit Musik, der Kreation eines riesigen Gemeinschaftswerks im Stoffkunst-Atelier sowie Ballonfahrten über dem Museum – und vielem mehr.

Für die noch fehlenden 45 Jahre bis zur oben erwähnten Summe an Jubiläumsjahren gehen wir zu den wichtigsten Personalwechseln über: Das Musée du fer et du chemin de fer feiert 2025 einerseits seinen 45. Geburtstag, andererseits trat im Jubiläumsjahr auch Kilian Rustichelli als Direktor zurück. Schon im September vergangenen Jahres übernahm Raphaël Gasser die Leitung des Maison de l’Absinthe von Yann Klauser, und im Oktober folgte Sabina Braun auf Frauke Dammert im Schulmuseum Thurgau. Seit Januar 2025 ist Alexandra Könz neue Museumsleiterin im Bourbaki Panorama Luzern sowie Geschäftsleitungsmitglied der gleichnamigen Stiftung und tritt damit die Nachfolge von Irène Cramm an. Auf Anfang 2025 übernahm Reto Thüring die Leitung des Bereichs Kultur in der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte von Christoph Lichtin. Zum gleichen Zeitpunkt folgte ein Leitungstrio auf Sibylle Lichtensteiger im Stapferhaus: Sonja Enz und Celia Bachmann sind die künstlerische Co-Leitung, Michael Arnold hat die kaufmännische Leitung inne. Per Ende Februar 2025 trat Daniel Baumann als Direktor der Kunsthalle Zürich zurück, seine Nachfolgerin ist seit März Fanny Hauser. Elio Schenini trat zum gleichen Zeitpunkt seine Stelle als Leiter der Pinacoteca cantonale Giovanni Züst an und ist damit Nachfolger von Mariangela Agliati Ruggia. Johann Wucherer übernahm die kaufmännische Leitung im Kunstmuseum Liechtenstein per Juli von Kerstin Appel, die den Bereich während acht Jahren verantwortete. Bertrand Mazeirat trat seine Stelle als Leiter des Musée Ariana per August an und so in die Fussstapfen von Isabelle Naef Galuba, die der Institution seit 2010 vorstand. Ebenfalls im August begann Annette Amberg ihre Stelle als Direktorin am Kunsthaus Glarus, in der Funktion folgte sie auf Melanie Ohnemus. Auf Ende August trat Sibylle Zambon als Leiterin der Geschäftsstelle von MUSE.TG zurück, ihre Nachfolgerin ist seit September Daniela Schilhab.

Und auch im Übergang zum dritten Themengebiet der Neueröffnungen und Renovationen gibt es ein Museum, das gleich doppelte Erwähnung findet: Kaba Rössler und Nadine Schneider, die Co-Leiterinnen des Museums Henry Dunant in Heiden, verliessen die Institution auf Ende August 2025, nachdem sie dem Museum seit 2019 vorgestanden und nach dessen dreijährigem Umbau mit neuem Konzept im August 2024 die Wiedereröffnung gefeiert hatten. Das Fotomuseum Winterthur öffnete im Mai 2025 nach einer zweijährigen Umbauphase mit neuen Räumlichkeiten und der Eröffnungsausstellung «The Lure of the Image – Wie Bilder im Netz verlocken». Nach der Schliessung im September 2024 beging das Schützenmuseum Bern anfangs November 2025 nach dem Umbau seine Wiedereröffnung mit der neuen Dauerausstellung «Gut in Schuss». Und schliesslich feiert das Jüdische Museum der Schweiz Ende November Eröffnung am neuen Standort in Basel.

Zum Abschluss die Nominierungen und Auszeichnungen: Im Januar 2025 wurden das Muséum d’histoire naturelle de Neuchâtel und das Musée d’histoire post-naturelle mit dem Prix Expo 2024 der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz ausgezeichnet für zwei Ausstellungen, die gleichzeitig im Muséum d’histoire naturelle de Neuchâtel gezeigt wurden und miteinander in Dialog traten. MUZOO in La Chaux-de-Fonds war zusammen mit der Enter Technikwelt Solothurn, dem Musée international de la Réforme in Genf und dem Gletschergarten Luzern für den diesjährigen European Museum of the Year Award nominiert. Mit seiner besonderen Kombination aus naturhistorischem Museum und zoologischem Garten überzeugte MUZOO die zehnköpfige Jury und wurde mit dem Meyvaert-Preis für ökologische Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Um die zentrale Rolle der Museen bei der Förderung der nachhaltigen Entwicklung hervorzuheben, hat der Internationale Museumsrat den ICOM Award for Sustainable Development Practice in Museums ins Leben gerufen. Der Preis wurde an der Generalkonferenz in Dubai in den fünf Kategorien People, Planet, Prosperity, Partnership und Peace verliehen. Unter den 130 Nominierten aus 60 Ländern waren auch fünf aus der Schweiz: Das Musée international de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge sowie das Musée d'ethnographie de Genève – MEG, das Museum für Kommunikation Bern, der Jardin Botanique de Neuchâtel und das Schweizer Finanzmuseum in Zürich. 

Yalla! Wenn der Rand im Zentrum steht

Das Jüdische Museum Hohenems hat mit Museen in Altstätten und Vaduz ein trinationales Erinnerungsprojekt zum Zweiten Weltkrieg realisiert. Jetzt erarbeitet Hohenems für die Schweiz einen Gedenkort für die Opfer des Nationalsozialismus. 

Wo ist die Peripherie – und wo das Zentrum? Wir sitzen im Garten des Jüdischen Museums Hohenems, die alten Bäume spenden in der Hitze Schatten. Das Museumscafé ist schon am Vormittag rege besucht. Hohenems ist eine Kleinstadt im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Von Wien aus gesehen liegt sie ganz an der westlichen Peripherie, von Bern aus weit im Osten, direkt an der Grenze zur Schweiz. Doch mit seinem Museum steht Hohenems mitten im Zentrum.

Erinnerungsgeschichtliche Radroute

«Zuerst kam der Kanton St.Gallen auf uns zu, dann das Museum Prestegg in Altstätten, und jetzt erarbeiten wir im Auftrag der Schweiz einen der beiden nationalen Gedenkorte – und das alles wegen unseres Hör-Radwegs.» Hanno Loewy schmunzelt. Er ist der Direktor des renommierten Museums und leitet es seit 20 Jahren. Während der Pandemie, erzählt er, als das Haus schliessen musste, kam ihm und seinem Team eine «grössenwahnsinnige Idee»: Sie realisierten eine erinnerungsgeschichtliche Radroute. Sie führt von Bregenz am Bodensee bis ins Montafon den Grenzen entlang, die Österreich, die Schweiz, Liechtenstein und auch Deutschland trennen – oder verbinden. «Wir sind mit dem Museumspublikum, ob es aus der Schweiz oder aus Österreich kommt, schon immer gern zum Rhein hinunter gegangen, wo die Landesgrenze verläuft. Dort wird Geschichte greifbar», sagt Loewy.

Auf der rund hundert Kilometer langen Radroute sind inzwischen 65 Steine installiert, die via QR-Codes ebenso viele Fluchtgeschichten erzählen, die sich kurz vor und während dem Zweiten Weltkrieg zwischen Bodensee und Alpen ereigneten. «Damals versuchten Tausende von Menschen, sich vor den Nationalsozialisten über Vorarlberg in die Schweiz zu retten: Jüdinnen und Juden, Regimegegner, Deserteure, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiterinnen aus Osteuropa. Einige hatten Glück», erzählt die Gedenkstättenpädagogin Barbara Thimm. In den 65 Schicksalen verdichten sich das Drama und Elend der Verfolgungen. Auch die Geschichte des St.Galler Polizeikommandanten Paul Grüninger ist darunter, der zum Fluchthelfer, Befehlsverweigerer und zur Persona non grata wurde.

«Damals versuchten Tausende von Menschen, sich vor den Nationalsozialisten über Vorarlberg in die Schweiz zu retten. Einige hatten Glück.»

Barbara Thimm

Barbara Thimm arbeitet für das Jüdische Museum Hohenems weiterhin zum Thema Flucht an der schweizerisch-österreichischen Grenze. Der innovative Hör-Radweg ist auf viel Resonanz gestossen. Zuerst suchte der Kanton St.Gallen die Zusammenarbeit mit dem Museum, um sich als Standort für das Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus ins Spiel zu bringen – mit Erfolg. Dann klopfte das Museum Prestegg aus dem nahe gelegenen Altstätten an: Ob das Jüdische Museum an einem grenzüberschreitenden Gedenkprojekt interessiert wäre, anlässlich des 80 Jahre zurückliegenden Endes des Zweiten Weltkriegs? Das Jüdische Museum sagte zu. Entstanden ist ein Novum: Unter dem Titel «Gemeinsam erinnern im Rheintal. 1938 bis 1945» zeigen das Museum Prestegg, das Jüdische Museum und das Liechtensteinische Landesmuseum drei Ausstellungen, die inhaltlich abgestimmt, aber je eigenständig gestaltet sind. Und als ob der Grenzüberschreitungen nicht genug wären, wird die Schau des Jüdischen Museums in Altstätten zu sehen sein. «Prestegg hat mehr Platz als wir, und wir wollen die Schweizer Perspektive ins Zentrum rücken», begründet Barbara Thimm die Entscheidung.

Trinationale Zusammenarbeit

Die trinationale Zusammenarbeit war lehrreich, manchmal war diplomatisches Geschick gefragt. Das Liechtensteinische Landesmuseum veranschaulicht in seinem Beitrag, wie die Menschen im neutralen «Ländle» die schwierige Zeit überstehen wollten, zwischen der ebenfalls neutralen, aber grösseren Schweiz und dem «Dritten Reich». Das Museum Prestegg macht neben den vielen Fluchtgeschichten ebenfalls den Alltag der Menschen zum Thema. Das Jüdische Museum beteiligt sich nicht nur mit seinem Gastspiel in Altstätten, sondern auch mit dem Hör-Radweg.

Neben Bern hat der Kanton St.Gallen für das Schweizer Memorial den Zuschlag erhalten. Dank Hohenems. «Das Jüdische Museum erarbeitet nun ein Vermittlungszentrum zum Thema Flucht und zum Umgang der Schweiz mit den Geflüchteten, und zwar im Grenzort Diepoldsau, Kanton St. Gallen, im ehemaligen Zollhaus», erzählt Barbara Thimm. Sie wird dafür auf ihre Arbeit und ihre Erfahrungen im Projekt «Gemeinsam erinnern im Rheintal» zurückgreifen. Und Diepoldsau kommt auf dem Hör-Radweg gleich mehrfach vor. Er führt dort unter anderem über eine Brücke, die heute nach Paul Grüninger benannt ist. Erst 20 Jahre nach seinem Tod rehabilitierte ihn die Schweiz.

Hohenems ist die einzige Stadt in Vorarlberg, in der Jüdinnen und Juden eine Gemeinde bildeten – bis Österreich sich 1938 Hitlers Reich anschloss. «Hohenems wurde manchmal scherzhaft der jüdische Vorort von St.Gallen genannt», sagt Hanno Loewy. Noch vor Wien entstand hier 1991 dank der Initiative einiger Bürgerinnen und Bürger ein Jüdisches Museum. Untergebracht ist es in der ehemaligen Villa der Fabrikantenfamilie Heimann-Rosenthal, die im einstigen jüdischen Viertel lebte. Die Nazis und ihre Helfer und Helfershelferinnen tilgten das Judentum in Vorarlberg nahezu aus. Doch das Museum hat dazu beigetragen, dass Hohenems sein jüdisches Erbe wiederentdeckt hat. Heute kommt das Publikum aus ganz Europa hierher. Und es leben mehr Juden und Jüdinnen in Vorarlberg als vor 1938. 

«Ein Ausstellungstitel muss ein Rätsel bieten und den Besucherinnen und Besuchern Lust machen, zu verstehen, was sich dahinter verbirgt.» 

Hanno Loewy

Seinen Ruf hat sich das Museum auch mit seinen Sonderausstellungen erworben. Die jüngste heisst «Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen». Statt zwischen jüdischen und arabischen Menschen zu trennen, statt Antisemitismus und Islamfeindlichkeit gegeneinander auszuspielen, sucht das Museum das Verbindende zwischen zwei Kulturen, die eine reiche gemeinsame Geschichte haben. «Unsere Ausstellung leistet Trauerarbeit zum Verlorenen», erläutert Hanno Loewy. 

Die letzten Sonderausstellungen von Hohenems widmeten sich, jeweils vom Judentum ausgehend, den Themen Monotheismus und Geschlecht, Zugriff der Religionen auf die Körper der Gläubigen, dem Phänomen der Konversion und eben auch arabischen Juden und palästinensischen Israelis. «Alle unsere Ausstellungen gehen vom Spezifischen jüdischer Geschichte aus, aber sie stellen Fragen von allgemeiner Bedeutung. Eine Ausstellung muss mindestens zweideutig sein, sonst nimmt sie ihr Publikum nicht ernst.» Nicht zuletzt sollen auch die Titel der Ausstellungen das Publikum ansprechen: «Ein Ausstellungstitel muss ein Rätsel bieten und den Besucherinnen und Besuchern Lust machen zu verstehen, was sich dahinter verbirgt. Und ein wenig provozieren muss der Titel auch.»

Eine Sonderausstellung hat Loewy besonders Freude gemacht: Die Besucher:innen durften einen Gegenstand, der für sie ein «jüdisches Etwas» war, im Museum ausstellen – unter der Bedingung, dass sie ihre Wahl erklärten und nicht anonym blieben. «Schöner hätte man nicht zeigen können, dass das gleiche Objekt Verschiedenes bedeuten kann. Wir sind kein Museum, das mit den Objekten bloss vorgefasste Geschichten illustriert.»

Das heisst: Das Publikum muss sich selber einen Reim machen. Zum Beispiel auf die Rolle, welche die neutrale Schweiz im Zweiten Weltkrieg spielte. Oder auf die Gegenwart, die sich gerade stark verändert. 

Autor

Urs Hafner ist freischaffender Journalist und Historiker in Bern. Jüngst hat er ein Buch über den Luzerner Flacherdler Melchior Dönni geschrieben («Dönnis Erdscheibe. Ein Käser und seine Welt», Chronos-Verlag 2025).

KI im Museum: Der Mensch bleibt entscheidend

Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb kurzer Zeit von einer Nischentechnologie zu einem zentralen Transformationstreiber für Museen entwickelt. Dies erfordert eine grundlegende Veränderung der Organisationsstruktur – neue Kompetenzfelder inklusive. Menschliche Kontrolle ist dabei von zentraler Bedeutung.

Sammlungen katalogisieren sich fast von selbst, Besuchende erhalten Führungen von virtuellen Guides, und die Herkunft der Ausstellungsobjekte wird durch KI detailliert erforscht. Science-Fiction? Längst Realität.

Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert unseren Alltag mit einer Geschwindigkeit, der wir kaum hinterherkommen. Der Begriff selbst ist dabei nicht klar definiert. Meistens gemeint ist aber die sogenannte generative KI. Im Gegensatz zu traditioneller KI, die bestimmte Aufgaben nach vorgegebenen Regeln ausführt, beispielsweise Schachcomputer oder Übersetzer, lernt die generative KI aus grossen Datenmengen selbstständig dazu und kann so neue, einzigartige Inhalte erstellen. Dazu zählen Texte ebenso wie Bilder und Designs, Videos, Musik und Sprache oder sogar Codes für Software-Entwicklung. Die jüngsten Durchbrüche bei generativer KI, ausgelöst durch ChatGPT, haben das Thema gesellschaftsfähig gemacht, und mittlerweile nutzen die meisten Menschen bewusst oder unbewusst künstliche Intelligenz.

Für Museen bietet KI zahlreiche Möglichkeiten: von der Automatisierung der Sammlungserschliessung über die Provenienzforschung bis hin zu personalisierten Vermittlungsangeboten und Besuchserlebnissen. Gleichzeitig stellen sich grundlegende Fragen zu Datenschutz und Urheberrecht, Authentizität und der Rolle des Museums und vor allem zu ethischen Aspekten. All dies hat Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, die Arbeitsabläufe und insbesondere die benötigten Kompetenzfelder eines Museums.

Datenhoheit erhalten

Doch was heisst das nun konkret? «Bevor wir über KI sprechen, müssen wir uns mit unseren Daten auseinandersetzen», sagt Günhan Akarçay, Geschäftsführer Digitale Transformation und Innovation im Schweizerischen Nationalmuseum. Denn die KI-Tools erstellen neue Inhalte nicht aus dem Nichts. Sie werden auch während der Anwendung ständig mit Informationen versorgt und nutzen diese Daten dann, um sich weiterzuentwickeln und dazuzulernen. Dadurch werden die Daten öffentlich, sofern nicht anders definiert. «Museen brauchen also klare Governance-Prinzipien, um den Überblick und die Hoheit über die eigenen Daten zu behalten», so Akarçay weiter.

Soll heissen: Bevor ein Museum KI nutzt, sollte es möglichst genau festlegen, welche Daten wofür zur Verfügung gestellt werden. Erst wenn diese Grundsatzprinzipien definiert worden seien, gehe es darum, Leitlinien und Strategien zu entwickeln, Schulungen anzubieten und sich als Organisation kontinuierlich mit dem Thema KI auseinanderzusetzen. Ein Grundwissen über Daten und Prozesse sei dabei ebenso unerlässlich wie Kenntnisse der rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen. «Das heisst nicht, dass wir nun alle Weiterbildungen im Programmieren oder ein Jurastudium absolvieren müssen», so Akarçay. Aber bei Projekten müssten diese Punkte heutzutage berücksichtigt werden, wodurch sich Arbeitsabläufe automatisch veränderten und mehr Flexibilität gefordert sei.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

So verfolgt das Nationalmuseum derzeit ein Pilotprojekt mit einer KI-Begleitung in der Dauerausstellung. Die Anwendung ermöglicht es Besuchenden, auf persönliche Weise mit Objekten zu interagieren. «Es war entscheidend, dass ein interdisziplinäres Team aus Kuration, Marketing und IT zusammenarbeitete und sich schrittweise ans Thema herantastete. Wir mussten Chancen und Grenzen der KI verstehen und Risiken abwägen, Trainingsdaten kuratieren, Feedbackschleifen mit dem Publikum einbauen oder ständig technisch nachbessern», erklärt Akarçay. Das sei nur mit neuen, agilen Arbeitsmethoden möglich gewesen.

Denn die Anwendung von künstlicher Intelligenz vereint verschiedene Disziplinen. Neben dem Grundwissen, wie KI funktioniert, braucht es ausgeprägte Medienkompetenz und kritisches Urteilsvermögen: «Stimmen die Informationen, die die KI ausspuckt? Auf welchen Quellen beruhen sie? Sind sie zu einseitig? Dies ist nicht nur in der Beurteilung von Inhalten wichtig, sondern auch bei der Einspeisung von Daten in ein KI-Tool», so Akarçay. Dadurch werden nicht zuletzt auch Fragen des Urheberrechts, des Datenschutzes und andere rechtliche Aspekte berührt.

Ethische Sensibilität entscheidend

Neben einem ausreichenden Rechtsverständnis ist aber insbesondere auch die Kenntnis ethischer Problemfelder entscheidend. «Das Recht legt die Grundlagen einer Gesellschaft fest. Ethik geht darüber hinaus», sagt Orlando Budelacci, Vizedirektor der Hochschule Luzern und Vorsitzender der Ethikkommission. «Und ethische Fragen ergeben sich bei der Anwendung von KI im Grunde von allein, da die Technologie viele neue Möglichkeiten eröffnet, der Umgang damit aber noch nicht eingeübt ist.»

Gerade im Museumssektor ist ethische Sensibilität entscheidend. Denn Museen tragen nicht nur eine grosse Verantwortung, sondern geniessen auch ein hohes gesellschaftliches Vertrauen, das es zu bewahren gilt, etwa im Bereich der Privatsphäre. «Der Schutz der Privatsphäre ist nicht nur wichtig für das eigene Wohlbefinden, sondern eine Grundbedingung für eine funktionierende liberale Demokratie», sagt Budelacci. KI gefährde jedoch diesen Schutz, auch im Museum. Besonders sensibel sei dabei die Gesichtserkennung oder die Erfassung von Bewegungsdaten, zum Beispiel durch Virtual-Reality-Brillen oder Kameraaufzeichnungen. Denn das lasse Rückschlüsse auf die Persönlichkeit und das Verhalten der Besuchenden zu.

Ergebnisse hinterfragen

Ein weiteres Problem: Filterblasen und verzerrte Darstellungen, sogenannte Bias. Künstliche Intelligenz kann beispielsweise beim Kuratieren einer Ausstellung ein effizientes Hilfsmittel sein, sie wird sich bei der Recherche und der Auswahl möglicher Objekte aber sicherlich an vorherrschenden Narrativen und Ideologien orientieren. Minderheitspositionen würden ausgeklammert. Auch bei personalisierten Besuchserlebnissen würde ein KI-Guide wohl bereits bestätigte Interessen hervorheben. «All das gefährdet eine kontroverse Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven und sollte gerade von Museen kritisch hinterfragt werden», so Budelacci.

Die Anforderungen an die Mitarbeitenden ändern sich also. KI eröffnet neue Möglichkeiten und kann vieles vereinfachen, etwa bei der Analyse grosser Datenmengen. Dabei geht es aber nicht darum, den Menschen zu ersetzen. Wenn ein KI-Tool zum Beispiel die Metadaten von tausenden Objekten einer Sammlung sortiert, analysiert und zusammenfasst, dann kann der Mensch in der gleichen Zeit den Kontext zu diesen Objekten herstellen. Die Personalressourcen werden also nicht eingespart, sondern effektiver eingesetzt.

Kooperationen – gemeinsam stärker

Aber der Mensch bleibt entscheidend. «Wir schreiben Maschinen menschliche Eigenschaften zu. Es gibt aber einen grossen Unterschied zwischen künstlicher Intelligenz und menschlichem Bewusstsein, Sinnverstehen, Moral und persönlichem Erleben», sagt Budelacci. Und Günhan Akarçay ergänzt: «Beim Einsatz von KI müssen die Resultate am Ende immer einer menschlichen Prüfung standhalten. Die Verantwortung kann und darf nicht an eine Maschine abgegeben werden.»

Diese Verantwortung ist enorm. Zwar stehen die meisten Museen vor ähnlichen Herausforderungen. Doch während grosse Häuser ganze Teams beschäftigen, fühlen sich kleine Museen oft abgehängt und überfordert. «Ich glaube, unsere Branche kann diese Herausforderung nur gemeinsam meistern. Das gilt nicht nur für KI, sondern allgemein für die schnelle technologische Entwicklung. Kooperationen innerhalb der Museumswelt, aber auch mit Start-ups oder Hochschulen sind ein guter Weg, den auch kleinere Museen beschreiten können», sagt Akarçay.

Autor

Timo Landenberger
Communication Manager von VMS und ICOM Schweiz

Ein internationales Museum der universellen Werte in Genf

Mit verschiedenen Initiativen wie Massnahmen zum barrierefreien Zugang oder gemeinsam mit dem Publikum geschaffenen Konstruktionen setzt das Musée international de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge (Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum) die sieben Grundprinzipien der Bewegung, die es in seinen Ausstellungen präsentiert, in konkrete Aktionen um. Ich besuche es in Begleitung von Pascal Hufschmid, dem Leiter des Museums, und Alice Baronnet, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Beim Spaziergang durch den Bereich, in dem die Familienbande des Musée international de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge (MICR) rekonstruiert sind, begegne ich einem jungen chinesischen Paar. Als ich frage, warum sie beschlossen haben, dieses Museum zu besuchen, scrollt die junge Frau frenetisch auf ihrem Handy herum, bis sie das Bild gefunden hat, das sie mir zeigen möchte. Sie dreht das Display zu mir und ich sehe ein Foto ihres Arms, der mit einem kleinen Schlauch als Venenstau abgebunden ist. «Ich war zum ersten Mal in meinem Leben beim Blutspenden. Ich finde, ehrenamtliche Arbeit und humanitäre Aktionen sind für unsere Gesellschaft extrem wichtig.»

Genau wie die junge Chinesin geht auch das MICR von Worten zu Taten über, indem es die Grundprinzipien der Menschenrechte auf einer Fläche von 4’000 Quadratmetern präsentiert. Die 24 Führerinnen und Führer (die meisten sind Frauen) sind zum Beispiel alle ehrenamtlich tätig. Für Direktor Pascal Hufschmid, der das Museum seit 2019 leitet, ist ihre freiwillige Arbeit eine Entscheidung, die im Einklang mit seiner Vision eines Museums steht: Es lebt die Werte vor, die es dem Publikum präsentiert. «Wir würden es uns zu einfach machen, wenn wir, als ein Museum zu den grossen Prinzipien der Menschlichkeit, uns nicht die Frage stellen würden, wie wir uns sowohl als Museum als auch als Unternehmen verhalten und welchen Einfluss wir auf unsere Gesellschaft haben.»

Im Zusammenhang mit diesem Ansatz erhielt das MICR übrigens im Jahr 2021 als erstes Museum das Swiss LGTBI-Label, «um klarzumachen, dass Sie hier so sein können, wie Sie sind und wir darauf stolz sind. Punkt.», unterstreicht Pascal Hufschmid. «Das soll auch das Leiden mindern, das entsteht, wenn Menschen ihre Identität am Arbeitsplatz nicht voll ausleben können.» Es geht als darum, das Leid aller Menschen zu verhindern und zu lindern, nach den Prinzipien der Menschlichkeit, die das Herz der internationalen Menschenrechte bilden.

Ein Dialogforum

 Am Hügel gelegen, auf dem das Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz thront, gegenüber dem europäischen Sitz der Vereinten Nationen, empfängt das MICR täglich ein ausgesprochen breit gefächertes Publikum; es steht der Herausforderung gegenüber, seine Botschaft sowohl Grundschulkindern als auch Staatschefs auf protokollarischem Besuch zu vermitteln. Pascal Hufschmid erklärt, die Lösung liege darin, sich eine zuhörende Haltung anzueignen. Sein Anliegen: ein Museum, das vom Monolog ablässt und lieber Dialog- und Interaktionsmöglichkeiten schafft. «Wir reflektieren inzwischen wirklich gemeinsam mit den Menschen und wollen klarmachen, dass alle das Recht haben, hierher zu kommen», unterstreicht er.

Zeuge dieses Engagements ist ein vom MICR veröffentlichtes Buch mit 5’000 Botschaften der Menschen, die zu Besuch waren, aber auch die allererste KünstlerInnenresidenz in diesem Museum, die auf einem Modell der Ko-Kreation basiert. Im Atelier, einem Raum neben dem Museumscafé, der kostenlos besucht werden kann, richtet sich diejenige kunstschaffende Person sechs Monate lang ein, die den Prix Art et Humanité gewonnen hat, und arbeitet an einem Werk, zu dem alle ihren Beitrag leisten können. In diesem Jahr produzierte die iranische Künstlerin Zahrasadat Hakim mit der Hilfe der Besucherinnen und Besucher einen grossen Wandbehang, der Eingang in die Museumskollektion finden wird. 

Alice Baronnet ist begeistert, dass diese Chance einer grossen Anzahl von Personen geboten werden kann: «Es ist wirklich eine tolle Gelegenheit, einem Künstler oder einer Künstlerin in Residenz zu begegnen und gemeinsam ein Werk zu schaffen. Ich denke, das gibt es nicht so oft.» In diesem teilhabenden Publikum sieht sie auch Besuchende, die wiederkommen. «Die sagen sich: ‘Los, gehen wir wieder ins Museum und sehen uns das Werk an, das wir zusammen mit anderen Personen geschaffen haben, die wir nicht kannten, und mit dem Künstler, mit dem wir uns unterhalten und austauschen konnten!’, und das Werk in der Ausstellung zu sehen macht ja auch uns stolz auf das, was wir organisiert haben.»

Die Teilnahme der Gäste war auch ein zentrales Element, als es darum ging, die Besucherräume neu zu gestalten. In achtzehn Monaten sammelte das Museum 8’000 Ideen seines Publikums, dann wurden diese analysiert und bei der Konzipierung eines CO2-neutralen Konzepts mit einbezogen. «Für alle, denen die Linderung menschlicher Not am Herzen liegt, ist es am wichtigsten, Situationen nicht zu verschlimmern», erklärt der Direktor. «Als Museum, das seine Besucherräume neu gestalten möchte, dürfen Sie Ihren CO2-Fussabdruck nicht verschlechtern. Also werden Sie das erste Museum in der Schweiz, das diese Räume in Kreislaufarchitektur und auf tatsächlichen Bedürfnissen basierend umbaut.»

Alle sind willkommen 

Das MICR freut sich über Besuch aus allen Altersstufen, Nationalitäten, kulturellen Hintergründen und mit allen Besonderheiten. Das Museumsteam arbeitet unvoreingenommenund stellt sicher, dass jede Person den Besuch auf ihre Weise und je nach ihren Bedürfnissen erleben kann. Es wurden zahlreiche Massnahmen eingeführt, um eine möglichst universelle Barrierefreiheit zu garantieren. 

Neben Audioführern in neun Sprachen, Rollstühlen und Klapphockern in Selbstbedienung sowie einer Magnetfeld-Hörschleife mit Audiobeschreibung für Träger von Hörgeräten wird der umfassend inklusive Ansatz auch durch Führungen in Gebärdensprache und sogenannte Relax-Besuche umgesetzt. Bei Letzteren sind alle Arten der Reaktion und Interaktion willkommen und Besuchende mit spezifischen Bedürfnissen werden mit einem «Sensorik-Säckchen» ausgestattet, das nützliche Gegenstände wie Gehörschutz-Kopfhörer, einen Antistressball oder Emotionskarten enthält. Mit deren Hilfe können sie die Ausstellung vollkommen unabhängig und in aller Ruhe erleben.

Aber erst einmal müssen die Personen das Museum besuchen wollen und können. Um auch finanzielle Barrierefreiheit zu bieten, ist jeder erste Sonntag im Monat ein Sonntag der Solidarität mit reduziertem Eintrittspreis, und Besuchende können eine sogenannte «aufgeschobene Eintrittskarte» nutzen. «Wie beim ‘aufgeschobenen Kaffee’ in einer Bar besteht jeden Tag die Möglichkeit für die Besuchenden, am Kartenschalter im Voraus eine Eintrittskarte für eine Person mit den fehlenden finanziellen Möglichkeiten zu bezahlen und zu hinterlegen», erklärt Alice Baronnet. «Diese ‘aufgeschobenen’ Karten werden dann an ein Dutzend Partnervereine verteilt, die sie an interessierte Bedürftige weitergeben.» 2024 konnten dank dieser Methode und der Grosszügigkeit der Spender 1’942 Menschen das MICR erleben.

Lernen und Wissen weitergeben

Das Museum praktiziert seinen Ansatz, Wissen zu vermitteln, auch ausserhalb seiner Ausstellungsräume. Zu seinen Massnahmen zur Barrierefreiheit gehören die «Bilderflüsterer», Führerinnen und Führer, die blinde oder sehbehinderte Menschen durch die Ausstellung begleiten. Das MICR bot aber darüber hinaus dreizehn öffentlichen Institutionen an, weitere Freiwillige in dieser Kunst der Beschreibung für alle, die nicht sehen können, auszubilden. «Bisher haben wir mit Partnern der französischen Schweiz gearbeitet, würden die Initiative aber gerne darüber hinaus verbreiten. Es ist schön, dass wir diesen Service anbieten, aber es wäre noch schöner, wenn er auch anderswo verfügbar wäre», erklärt Alice Baronnet.

Um diesen Willen zur Solidarität im kulturellen Bereich, aber auch innerhalb des Teams seines Museums zu verwirklichen, weist Direktor Pascal Hufschmid auch auf die Initiative «lunch and learn» hin: Wenn Mitarbeitende ausserhalb des Museums tätig sind, um zum Beispiel eine Wanderausstellung zu begleiten oder an einer Konferenz teilzunehmen, wird bei ihrer Rückkehr ein Mittagessen mit dem gesamten Team organisiert, bei dem sie ihre neuen Kenntnisse und Erfahrungen mit allen Kolleginnen und Kollegen teilen, was die Einigkeit innerhalb des Teams stärkt.

Ein stets aktives Museum

Da es dem Museum gelungen ist, sich die nötige Unterstützung zu sichern, um im Jahr 2028 den 40. Jahrestag seiner Gründung zu feiern – und dies trotz der angekündigten Sparmassnahmen der Eidgenossenschaft, die aktuell zu einem Viertel des Budgets des MICR beiträgt –, blickt Direktor Pascal Hufschmid optimistisch in die Zukunft. «Wir sind beständig bemüht, unsere Einkommensquellen zu diversifizieren, denn wir sind eine Privatstiftung. Das Museum kann auf öffentliche Beiträge zählen, aber wir sind trotzdem sehr aktiv im Sponsoring und verwalten unsere Ressourcen geschickt.»

Diese Diversifizierung der Einnahmen sichert unter anderem das Fortbestehen der Institution, die zusammenarbeitet «mit einer enormen Anzahl von Partnern, Kontakten, Verbündeten und Unterstützenden, die ebenfalls daran interessiert sind, das das Museum weiter am Leben bleibt», meint Hufschmid. Überzeugt von der Universalitätder Botschaft, die das Museum von Genf aus verbreitet – der Stadt, in der die gleichnamigen Konventionen unterzeichnet wurden, Pfeiler der internationalen Menschenrechte, auf die sich auch das Rote Kreuz stützt –, lädt er alle ein, diesen Ort zu besuchen, der so viel mehr ist als eine einfache Sammlung von Objekten, die zum UNESCO-Welterbe gehören.

Das MICR in Zahlen (Stand 2024)

  • 117’335 Besucherinnen und Besucher (davon 67% international)
  • 2’556 Gäste bei den Solidarischen Sonntagen 
  • 35 Besuche von Staatschefs mit 689 Personen
  • 11 Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen
  • 7 Ausstellungen
  • 1 Million Klicks auf Facebook

Autorin

Céline Stegmüller, Journalistin, arbeitet seit 2018 bei SWI swissinfo.ch, wo sie vor allem Videos r