Viele Aussenräume von Museen in der Schweiz befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen strengen Denkmalschutz-Auflagen, Pflichten zur nachhaltigen Gestaltung und Pflege, komplexen Strukturen bezüglich Zuständigkeiten sowie finanziellen Herausforderungen bei Unterhalt und Entwicklung. Gleichzeitig gibt es bereits verschiedene Beispiele in der Schweizer Museumslandschaft, die exemplarisch aufzeigen, wie sowohl die Biodiversität als auch der Garten als Begegnungsraum partnerschaftlich gefördert und vermengt werden können – und wie sich dadurch das Aussen- und Innenbild der Institution nachhaltig verändert. Für verschiedenste Zielgruppen nimmt die Ausstrahlung zu.
Das Pilotprojekt «Meeting grounds» will dieses Potenzial nutzen. Alle teilnehmenden Museen und Pärke erarbeiten während der Weiterbildung ein Projekt für ihre Aussenräume als Orte der ökologischen Transformation und sozialen Inklusion. Dabei profitieren sie von den Erfahrungen der anderen Teilnehmenden und der versammelten Schwarmintelligenz, um ihre Projektideen zu entwickeln. Das Üben, Anwenden und gegenseitige Austauschen von Methoden, Tools und Erfahrungen stehen im Vordergrund.
Format
An drei eintägigen Workshops wechseln sich fachliche Inputs mit Diskussionen im Plenum, in Gruppen sowie Arbeiten am eigenen Projekt ab. Inspirierende Best-Practice-Beispiele aus anderen Museen illustrieren die Kursinhalte. Das Lernen erfolgt auf Augenhöhe, Peer-to-Peer Coaching wird auch über den Kurs hinaus gefördert.
Dank einem individuellen Coaching (3 x 30 Minuten) erhalten die teilnehmenden Museen konkrete Antworten auf individuelle Fragestellungen bezüglich Biodiversität, Projektmanagement oder der Gestaltung von kollaborativen Prozessen.
Mikroresidenzen: Um den Blickwinkel zu öffnen für andere Herangehensweisen und von den praktischen Erfahrungen anderer inspiriert zu werden, arbeiten Projektleitende aus den Teams während einem Tag in einer anderen Institution mit.
Mit der Teilnahme am Pilotprojekt erlangen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen:
- Setzen sich Wirkungsziele in der ökologischen Regeneration, sozialen Inklusion, kulturellen Innovation und/oder in der systemischen Veränderung des Museums im Zusammenhang mit einem Garten-/Aussenraumprojekt.
- Kennen die Möglichkeiten für eine ökologische Aufwertung ihres Aussenraums und den biodiversitätsfreundlichen Unterhalt und wenden diese an.
- Sie sind mit Wirkungsmodellen und Projektzyklen vertraut und arbeiten entsprechend.
- Analysieren ihre Erfahrungen in der Planung und Umsetzung eines Garten-/Aussenraumprojekts zur ökologischen Aufwertung.
- Wenden kollaborative Designmethoden an (Ko-Kreation mit internen und eventuell externen Projektpartnern).
- Die Teilnehmenden vertiefen die Beziehungen zu bestehenden Partnern und bauen eine aktive Community auf, die das Projekt mitträgt.
Ziel
Die teilnehmenden Museen erarbeiten eine Umsetzungsplanung (inklusive Wirkungsmodell) für ihr Projekt in ihrem Museumsgarten/Aussenraum (September 2026 – Januar 2026), welche sie anschliessend selbständig und gemeinsam mit selbst definierten Partnern und Communities umsetzen (ab Februar/März/April 2027).
Nach Umsetzung des Projekts teilen sie ihre Erfahrungen mit weiteren Interessierten. Dadurch wächst ein Netzwerk von Museen, Parks und Partnern, das über die Projektlaufzeit hinaus Bestand hat.
Kursleitung
Anne-Laure Junge, Projektleiterin, sanu Kontakt
Kathrin Schlup, Senior Projektleiterin, sanu Kontakt
Franziska Witschi, Biologin, Büro Witschi Kontakt