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Informationen zu den Massnahmen des Bundes im Kultursektor

Massnahmen des Bundes zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus im Kultursektor

Unterstützung Bund Plateforme10 © Matthieu Gafsou
Plateforme10 © Matthieu Gafsou

Um die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus abzufedern, hat der Bundesrat am 20. März 2020 ein umfassendes Massnahmenpaket beschlossen. Für den Kultursektor gibt es spezifische Hilfsmassnahmen. Sie kommen dann zur Anwendung, wenn die gesamtwirtschaftlichen Massnahmen nicht oder nur unvollständig greifen. Denn für die Kulturförderung ist nicht der Bund, sondern sind die Kantone zuständig. Der Bund kann also hier nur «subsidiär» tätig werden.

Was unternimmt der Bund für die Museen?

Auch Museen können profitieren, und zwar durch

  • Soforthilfen in der Form von zinslosen rückzahlbaren Darlehen, mit der die Zahlungsfähigkeit eines Museums für den Übergang sichergestellt werden kann Diese Massnahme lief am 20. Mai 2020 aus.
  • Entschädigungen für den finanziellen Schaden, der durch die Coronavirus-bedingte Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen und Projekten im Zeitraum vom 28. Februar bis 31. Oktober 2020 entstehen. Die Frist für die Einreichung des Antrags ist der 20. September 2020.

Welche Museen können profitieren und welche Museen sind von Hilfsmassnahmen ausgeschlossen?

Öffentlich zugängliche Museen und Sammlungen können die Leistungen beantragen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Keine Unterstützung erhalten:

  • Museen, die Teile der Verwaltung von Bund, der Kantone oder der Gemeinden sind und keine davon unabhängige Rechtspersönlichkeit aufweisen (z.B. Schweizerisches Nationalmuseum, ein kantonales Kunstmuseum, das direkt dem Amt für Kultur unterstellt ist),
  • Unternehmen mit öffentlich-rechtlicher Rechtsform sowie
  • der Betrieb von historischen Stätten und Gebäuden.

Soforthilfen («Liquiditätsspritzen») werden nur an nicht gewinnorientierte Museen ausbezahlt.

Wie und wo können die Museen die Hilfen beantragen?

  • Soforthilfen: Nicht gewinnorientierte Kulturunternehmen konnten bis spätestens 20. Mai 2020 ein rückzahlbares zinsloses Darlehen als Soforthilfe beantragen. Die Darlehen belaufen sich auf höchstens 30 Prozent der Erträge des Unternehmens gemäss der letzten revidierten Jahresrechnung.
  • Entschädigungen für den finanziellen Schaden: Die Entschädigung kann bis spätestens 20. September 2020 beantragt werden. Die Ausfallentschädigung deckt höchstens 80 Prozent des finanziellen Schadens.

Zuständig sind die kantonalen Stellen am Sitz des Museums. Die Kantone entscheiden auch über die Gesuche. Hier findet sich eine Liste der zuständigen Stellen aller Kantone.

Können Selbständige, die für Museen arbeiten, auch Hilfe beantragen?

Für Selbstständigerwerbende sind ebenfalls Entschädigungen vorgesehen. Werden Engagements abgesagt (z.B. es fällt eine geplante Führung aus), weil das Museum schliessen musste, können Selbständige Tagegelder beantragen, die auf höchstens CHF 196 am Tag begrenzt sind. Die zuständige Stelle ist die jeweilige AHV-Ausgleichskasse. Weitere Informationen finden sich hier. Kulturschaffende können bei Suisseculture Sociale nicht rückzahlbare Nothilfen zur Deckung der unmittelbaren Lebenshaltungskosten beantragen.

Können Museen Kurzarbeit beantragen?

Die Kurzarbeitsentschädigung deckt den Arbeitgebern für einen gewissen Zeitraum einen Teil der Lohnkosten. Damit kann ausgeglichen werden, dass im Betrieb vorübergehend weniger gearbeitet wird. Die Arbeitsverträge können so erhalten bleiben. Durch das Coronavirus-Massnahmenpaket sollen die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet und die Beantragung vereinfacht werden. Zu beantragen ist die Kurzarbeitsentschädigung von den Arbeitgebern bei den Kantonalen Amtsstellen (KAST). Informationen und weitere Links zu Broschüren und Formblättern gibt es hier.

Der VMS informiert laufend.